Sandhofen

Sandhofen Traditionelle Weihnachtsbaumbeleuchtung der Bürgervereinigung im Herzen des Stadtteils läutet die Adventszeit ein

Vom Privatgarten auf den Stich

Mit großen Kinderaugen bestaunten die Kleinsten die vielen Lichter – gekommen waren sie zur traditionellen Weihnachtsbaumbeleuchtung am Stich in Sandhofen, organisiert von der Bürgervereinigung (BVS). Sie hatte ein Prachtexemplar aufgestellt und liebevoll geschmückt. Dafür, dass der große Baum den Stich ziert und den Platz mit hellem Lichterschein erstrahlen lässt, dankte der Vorsitzende der BVS, Roland Keuerleber, zunächst dem Spender Gerhard Eyer. Aus dessen Garten stammt nämlich die Edeltanne. Bei der stilvollen Beleuchtung halfen Michael Keller und Karl Herbel.

Noch bevor Keuerleber die anwesenden Gäste aus Politik, Wirtschaft und Vereinen begrüßte, stimmte der Drum & Bugle Corps, die Golden Lions, mit weihnachtlichen Weisen ein, zum Beispiel mit „Freude im Advent, die Luft ist voller Schnee, die Engel singen juhee“. Kinder der Tagesstätte Elstergasse unterhielten die Besucher ebenfalls mit traditionellen Liedern.

Großen Anklang fand die vor Jahren von Thorsten Hof geborene Idee des „Niko-Laufs“. Insgesamt 300 mit Mützen, Geweihen und Blinklichtern ausgestattete Kinder mit ihren Eltern zogen von der Gustav-Wiederkehr-Schule hin zum Weihnachtsbaum, um nach der Ankunft ihre einstudierten Lieder zusammen mit der Schulleiterin Sibille Krappel vorzutragen.

„Singt dem Herrn ein neues Lied“, nicht nur damit brachte sich der Männergesangverein (MGV) bei der Veranstaltung ein. Da der Verein im nächsten Jahr seinen 140. Geburtstag feiert, sponserte er auch den Glühwein und den Kinderpunsch, mit dem sich die Wartenden aufwärmen konnten. Nachdem der Baum im festlichen Glanz erstrahlte, beschenkte der Nikolaus Wolfgang Merz die Kinder mit Süßigkeiten aus dem Grabbelsack.

Woher das Brauchtum rund um den Weihnachtsbaum stamme, spiele heute wohl kaum noch eine Rolle, sagte Roland Keuerleber in seiner Ansprache. „Was zählt, ist der stimmungsvolle Augenblick.“ Spätestens aus dem 16. Jahrhundert sei bekannt, dass man Bäume mit Süßigkeiten schmückte. Mit der Zeit wurde der Weihnachtsbaum ein festes Requisit in den bürgerlichen Wohnzimmern.

Strom von der Stadt

Nachdem sich die Stadtverwaltung vor 25 Jahren der Verantwortung, Weihnachtsbäume in den Vororten aufzustellen, aus finanziellen Gründen entzogen hatte, übernahmen in Sandhofen damals unter anderem Gerhard Häffner, Hans Diehl, Volker Kohlmeier und vor allem Claus Peter Sauter, damals noch SPD-Stadtrat, das Aufstellen des Baumes im Namen der BVS. Sauter erreichte bei der Stadt wenigstens noch, dass sie die Kosten des erforderlichen Stroms, den man von der Oberleitung der Straßenlaternen abzapfte, übernahm.

Nach dem Umbau der neuen Mitte, dem Stich, konnte der Baum nicht mehr am alten Platz vor der Bäckerei Grimminger aufgestellt werden, und so entschloss sich die BVS, den Weihnachtsbaum – ebenso wie im Frühjahr den Maibaum – gut sichtbar für alle direkt im neuen Zentrum zu platzieren.