Sandhofen

Sandhofen/Schönau Gedenkfeier auf dem Friedhof / Bürgervereinigung und KIG erinnern an Opfer der Weltkriege und der Diktatur

Warnung vor Hochmut und Hass

„Ich werde nicht ganz sterben“ oder lateinisch „Non omnis moriar“ hat der Philosoph, Dichter und Freigeist Horaz gesagt. Zumindest steht es so in einem seiner vor über 2000 Jahren geschriebenen Werke. Vikar Ryszard Dyc stellte diesen Satz in den Mittelpunkt seiner Rede anlässlich des Totengedenkens auf dem Friedhof Sandhofen, wo vor allem der Gefallenen beider Weltkriege gedacht wurde. Viele Erinnerungen seien erhalten geblieben, weil es viele geschriebene Worte gebe, die zum Beispiel die Soldaten von der Front nach Hause geschickt hätten. Gerade solche geschriebenen Worte würden die Erinnerung lebendig halten – auch über den Tod hinaus. Aber an diesem Tag werde ebenfalls der unbekannten Opfer gedacht, sagte der Vikar. Der Wunsch „Nie wieder Krieg“ werde zwar des Öfteren geäußert. Aber er entspreche nicht der Realität. Hochmut, Hass und Gewalt führe immer wieder zu Krieg und Vernichtung.

Die stellvertretende Vorsitzende der Kultur- und Interessengemeinschaft Schönau (KIG), Anna Döbler, erinnerte in ihrer Ansprache, dass es neben vielen Opfern unter den Soldaten auch viele zivile Tote gegeben habe. Gedacht werde aber ebenso der Menschen, die wegen ihres Anders-Seins getötet wurden. Die Erinnerung gelte genauso denjenigen, die Widerstand gegen die damalige Diktatur geleistet hatten, betont Anna Döbler.

Die Menschen hätten aus den beiden Kriegen nichts gelernt, denn auch nach 1945 habe es in der Welt immer wieder Kriege gegeben, erinnerte Döbler. Daher sei es wichtig, sich zu erinnern und zu gedenken, um nicht wieder in ein Fahrwasser des Hasses zu geraten, so die stellvertretende KIG-Vorsitzende.

Musikalische Umrahmung

Aus der Ungleichheit in der Welt entstünden immer wieder Kriege. Dem müsse entgegengetreten werden. Man sollte nicht immer nur an Macht und Geld denken, sondern auch manchmal ein wenig innehalten und sich bewusst werden, dass wir nunmehr lange Zeit in Frieden leben konnten.

Für die Bürgervereinigung Sandhofen sagte Jürgen E. Wolf, das Gedenken an die Opfer von Kriegen, Gewalt und Hass müsse wachgehalten werden. Die Sängerrose Blumenau setzte dann zu einem Lied an, das Hoffnung verbreiten sollte: „Erhebet die Herzen, Erlösung ist nah, Hosianna“, klang es von dem Chor, der die Feier musikalisch umrahmte.

Die Altrheinmusikanten unter der Leitung von Kurt Hasieber untermalten die Kranzniederlegung feierlich am Denkmal für die Gefallenen der Opfer der beiden Weltkriege. Jürgen E. Wolf dankte allen, die an der Feierstunde auf dem Friedhof teilgenommen hatten.