Sandhofen

Sandhofen Gina Grafenstein kredenzt „Tödliche Tapas“

Zum Krimi gibt’s Leckereien

Archivartikel

Wer bei Veranstaltungen schnell mit einem laut knurrenden Magen kämpft, ist bei den Lesungen von Gina Grafenstein genau richtig. Denn die Autorin löst dieses Problem mit ihrem Konzept: Die Auszüge aus ihren Werken kombiniert sie mit selbst zubereiteten Häppchen und bietet somit sowohl literarisch als auch kulinarisch abwechslungsreiche Abende. Und noch etwas ist besonders, denn passend zu jedem Szenario ist sie kostümiert.

So auch bei ihrer Lesung unter dem Motto „Tödliche Tapas“, die in der Stadtbibliohtek-Zweigstelle Sandhofen stattfand und mit Unterstützung von deren Freundeskreis durchgeführt wurde. „Gleich gibt es den ersten Gang, geben Sie bitte im Anschluss nicht den Löffel ab!“, warnte die Autorin, bevor sie einen Ausschnitt aus ihrem neuesten Krimi „Quetschekuche“ las, dem sechsten Teil ihrer Pfalzserie um das Landauer Ermittlerteam Stern und Keeser. Während sie erklärte, dass das Duo gerade zu einem Tatort gerufen worden sei, durften sich die Besucher über Kartoffelcreme mit Feldsalatpesto als Vorspeise freuen.

Eine Star-Strek-Mottoparty mit einer weiblichen Leiche im Pool: „Wer ist die Tote? Das verrate ich Ihnen nicht“, beendete Greifenstein die erste Leseeinheit und stellte den nächsten Gang vor, Gurkensalat mit Saumagenwürfel. Es folgten zwei Kurzgeschichten der Autorin. Mit plötzlichen Wendungen in „Alles Marmelade“ und „Rosenkrieg“ sorgte sie dabei für Lacher.

„Ich erzähle hier Geschichten vom Tod und Sie lachen, denken Sie da mal darüber nach“, sagte Greifenstein – um hinzuzufügen: „Wir passend gut zusammen.“ Hackbällchen mit Handkäsefüllung und Paprikasauce und eine Tiramisu-Abwandlung komplettierten das Mini-Menü.

Mit Kinderbuch begonnen

Greifenstein ist nicht nur Krimi-, sondern auch Kochbuchautorin. Ihr erstes Buch, das im Jahr 1998 veröffentlicht wurde, war jedoch ein Kinderbuch. Als Kind habe sie nicht gedacht, dass sie mal bei Krimis landen würde. „Das hat sich einfach entwickelt“, so Greifenstein. Ihr heutiges Konzept, Lesung und Tapas zu vereinen, sei aus der Not heraus entstanden. „Ich hatte einen Kochworkshop, und die Torte ist nicht fest geworden. Also habe ich gefragt, ob ich etwas vorlesen soll“, denkt sie an den Vorfall vor etwa neun Jahren zurück. Das sei gut angekommen. Auch der aktuelle Abend begeisterte die Besucher, so dass ein weiterer Termin von „Tödliche Tapas“ im kommenden Jahr sehr wahrscheinlich ist.