SAP

Software Neue Plattform für gestrandete Reisende entwickelt

SAP hilft Auswärtigem Amt bei Rückholaktion

Archivartikel

Walldorf.In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hat der Walldorfer Softwarekonzern SAP für das Auswärtige Amt eine Plattform entwickelt, um gestrandete Urlauber in der ganzen Welt nach Deutschland zurückzuholen. Wie ein Konzernsprecher mitteilt, erhielt SAP am späten Dienstagnachmittag um 17 Uhr einen Anruf der Regierung. „Wir haben ganz kurzfristig für die Rückholaktion der Corona-Gestrandeten einspringen müssen, weil das alte System für diese Massen nicht tauglich war.“

Häufig abgestürzt

Nach Angaben von Vorstandsmitglied Jürgen Müller haben mehr als 40 Entwickler von SAP in drei Zeitzonen an der Plattform gearbeitet – und sie innerhalb von weniger als 24 Stunden zum Laufen gebracht. „Wir wissen alle, dass das nur eines von vielen Puzzleteilen ist, die zusammengesetzt werden müssen, um diese Krise zu überwinden“, schreibt Müller in einem sozialen Netzwerk. „Aber es zeigt, was Menschen erreichen können, wenn sie zusammenarbeiten und was Technologie dazu beitragen kann.“

Das Auswärtige Amt hat bisher mit einer eigenen Plattform gearbeitet. Offenbar ist das Programm jedoch durch die zahlreichen Nutzer instabil geworden und häufig abgestürzt. Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte am Dienstag eine Rückholaktion für tausende Deutsche gestartet, die wegen der Corona-Krise im Ausland festsitzen. Auf der Plattform von SAP sollen Reisende schnell und sicher ihre persönlichen Daten angeben können – und wo genau sie sich befinden.

Das soll dem Auswärtigen Amt helfen, das Rückholprogramm zu koordinieren. Für diese stehen bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Reisende sollen dank Kooperationen mit verschiedenen Fluganbietern wieder zurück in die Heimat gebracht werden.

SAP hat seine weltweit mehr als 100 000 Mitarbeiter bereits ins Homeoffice geschickt. Ein Standort im Saarland wurde vor einigen Tagen geschlossen, nachdem dort Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden waren. Die Hauptversammlung, die Mitte Mai in der Mannheimer SAP Arena geplant ist, dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit verschoben werden. Eine offizielle Aussage gibt es dazu noch nicht. SAP hat zuletzt wegen der Coronavirus-Pandemie weltweit schon große Konferenzen gestrichen.

Dank per Twitter

Müller ruft in seiner Mitteilung alle Menschen dazu auf, einen Beitrag zu leisten, damit sich das Coronavirus nicht weiter ungehemmt ausbreitet. „Schützen Sie andere, vor allem die Schwachen in unserer Gesellschaft, indem Sie zuhause bleiben.“ SAP-Co-Vorstandssprecher Christian Klein twitterte darüber hinaus einen „herzlichen Dank“ an Polizisten und Beschäftigten im Gesundheitswesen.

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