SAP

Software Anwendergruppe untersucht Folgen von Corona

SAP-Kunden schieben Projekte auf

Archivartikel

Walldorf.Weil wegen der Corona-Pandemie die Umsätze eingebrochen sind, schieben viele SAP-Kunden die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle auf die lange Bank. 43 Prozent zögerten den Wechsel zu dem neuen Kernsoftwarepaket S/4 Hana hinaus oder stellten Projekte zurück, wie aus einer Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) hervorgeht. Allerdings beschleunigt die Hälfte der Kunden entsprechende Projekte auch. Der Zug der Digitalisierung fahre, die Unternehmen hätten erkannt, wie wichtig das Thema sei, und kämen voran, erklärte Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der DSAG. „Dabei bewegen sie sich jedoch in einem Spannungsfeld aus sinkenden Umsätzen, massiv schrumpfenden IT-Budgets bei gleichzeitig höheren Anforderungen durch die Digitalisierung.“ Die Zustimmung zur SAP-Produktstrategie ist zum Vorjahr leicht gestiegen.

In der DSAG mit Sitz in Walldorf haben sich mehr als 60 000 SAP-Nutzer aus 3700 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen. Der Anwenderverband tagt noch bis diesen Freitag virtuell. SAP selbst organisiert an diesem Mittwoch eine Online-Konferenz über den Umgang mit Kunden in Corona-Zeiten.

SAP-Vorstandssprecher Christian Klein sagte, vor allem Kunden aus Luftfahrt und Tourismus seien durch die Pandemie „stark gebeutelt“. Bei Zahlungsvorgaben versprach Klein Entgegenkommen.

Einheitlicher Auftritt

Schon lange drängt die DSAG auf eine stärkere Verzahnung der verschiedenen Programme von SAP. In den vergangenen Jahren hat der Konzern milliardenschwere Zukäufe getätigt, doch für viele den einheitlichen Auftritt unter einem Dach vermissen lassen. Kundenzufriedenheit und Produktentwicklung sollen nun deutlich gestärkt werden. Klein erklärte, mehr als die Hälfte der Entwicklungsaufwände sei erledigt, bis Ende dieses Jahres sollen es 90 Prozent sein. „Wir werden unsere Zuverlässigkeit weiter steigern.“

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