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Biotechnologie SAP-Mitgründer hat insgesamt 1,4 Milliarden Euro in Beteiligungen investiert – jetzt plant er Partnerschaften, Verkäufe und Börsengänge

„Werden an jeder Firma verdienen“

Mannheim.SAP-Mitgründer Dietmar Hopp (78, Bild) glaubt trotz mehrerer Rückschläge in den vergangenen Jahren an eine Zukunft seiner Biotechnologie-Beteiligungen. Das eingesetzte Kapital werde man mindestens verdreifachen, sagten Hopp und der Chef seiner Biotech-Holding Dievini, Friedrich von Bohlen, in einem Gespräch mit dem „Handelsblatt“.

Biotechnologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, mit der sich neue Medikamente entwickeln, Pflanzensorten züchten oder Alltagsprodukte wie Waschmittel und Kosmetika effizienter herstellen lassen. In Deutschland gibt es rund 650 Unternehmen in diesem Bereich, die zusammen etwa 26 000 Mitarbeiter beschäftigen.

Hopp hat nach eigenen Angaben in den vergangenen 14 Jahren rund 1,4 Milliarden Euro in Biotech-Firmen investiert. Einige Unternehmen wie GPC, Agennix und Febit erwiesen sich zwar als Fehlschlag. In den vergangenen fünf Jahren habe es aber keine Rückschläge mehr gegeben, sagte Hopp der Zeitung. Deshalb sei er für die verbleibenden Beteiligungen optimistisch. „Ich bin überzeugt, an jeder dieser Firmen werden wir Geld verdienen, zum Teil sogar sehr viel.“

Kommen soll das Geld aus Partnerschaften, Verkäufen oder auch Börsengängen. Vor allem für die Tübinger Curevac, die an Krebs-Impfstoffen forscht, sei Letzteres ein realistisches Szenario. Das Unternehmen, an dem auch die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung beteiligt ist, sei angesichts des besonders breiten Produktportfolios sogar „ein mustergültiger Börsenkandidat“. Konkrete Pläne gebe es allerdings nicht, als Zeitrahmen nannte Hopp die kommenden beiden Jahre.

Neue Investments soll es erst wieder geben, „wenn ein Rückfluss generiert wird“. Bisher habe es aber erst einen erfolgreichen Ausstieg (Exit) aus einer Biotechnologie-Firma gegeben. Mitte des Jahres war LTS Lohmann, ein Hersteller von Medikamentenpflastern, dauerhaft von Dievini, wo Hopp seine Beteiligungen bündelt, in das private Vermögen der Familie übergegangen. „Die Hälfte der investierten 1,4 Milliarden ist insofern zurückgezahlt.“

Hopp zählte 1972 zu den Mitgründern der SAP und saß viele Jahre im Vorstand und Aufsichtsrat. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg ist er noch immer mit gut 5,5 Prozent an dem Softwarekonzern beteiligt. In der Region ist Hopp weniger wegen seiner Biotechnologie-Aktivitäten bekannt, sondern vor allem als Sponsor im Spitzensport und durch Aktivitäten seiner Stiftung. (BILD: dpa)