Schönau

Schönau Stadtteilkonferenz beschäftigt sich mit Endhaltestelle, Freiraumgestaltung und Nord-Süd-Achse im Wohngebiet / Kinder- und Jugendnetzwerk stellt sich vor

Abriss schafft Platz für kreative Ideen

Archivartikel

Wildwuchs, abgelegene Ecken, Ratten, Müll: Die Endschleife der Straßenbahn auf der Schönau wirkt wie ein Fremdkörper – und ist seit Jahren für viele ein Angstraum. Mit der seit Anfang 2018 laufenden Erneuerungsmaßnahme Schönau-Nordwest (wir berichteten mehrfach) soll sich das ändern. Man wolle den Bereich und die gesamte Umgebung „so gestalten, dass die Endhaltestelle gar nicht mehr auffällt“, sagt Jörg Ackermann vom städtischen Fachbereich Stadtplanung: Die Schönauer sollten „die Endhaltestelle nicht mehr als Angstraum oder Fremdkörper empfinden“.

Ackermann war einer von mehreren Fachleuten, der bei der Stadtteilkonferenz im Schönauer Jugendhaus – also direkt an der Endhaltestelle – die Themen vorstellte, um die es an diesem Tag gehen sollte. Gekommen waren gut 40 Interessierte. Sie beschäftigten sich an Thementischen mit vier Komplexen. Unter den Überschriften „Miteinander auf der Schönau“, „Kinder und Jugend“, „Lebenswertes Wohnen“ und „Neue Stadtteilmitte“ brachten die Teilnehmer Anliegen und Ideen ein und diskutierten über Verbesserungsvorschläge.

Zu Beginn hatte Christian Endres vom Caritas-Quartierbüro auf die Stadtteilkonferenz vom September 2018 zurückgeblickt. Einiges von dem, was die Bürger damals erarbeitet hätten, sei umgesetzt worden. Ein Ergebnis der Konferenz war der Tag der Städtebauförderung im Mai – bei dem es einmal mehr um den Umbau des Stadtteils ging.

Entstanden ist außerdem das Kinder- und Jugendnetzwerk Schönau. Darin haben sich unterschiedliche Institutionen des Stadtteils zusammengeschlossen. Sie treffen sich regelmäßig. Ziel ist laut Nicolai Mengel vom Jugendhaus neben dem fachlichen Austausch die konkrete Ansprache von Kindern und Eltern, um mehr über ihre Bedürfnisse zu erfahren und ihnen Beteiligungsmöglichkeiten zu geben.

Kinder gestalten Areal mit

Auch ohne das Netzwerk hat das in der Vergangenheit schon geklappt – etwa als im Spätsommer 2018 Kinder gemeinsam mit dem Quartierbüro an der Rastenburger Straße ihren Traum-Spielplatz planten. Fertig gestaltet werden soll das Gelände bis Herbst 2020 – und zwar so, wie die Kinder sich das ausgedacht haben. Anschaulich gab darüber eine farbige Skizze Auskunft, die bei der Stadtteilkonferenz auslag.

Markiert sind auf dem grünen, baumreichen Gelände unter anderem Liegehügel, „Lümmelecke“, Felsentreff und eine Ballspiel-Aktionsfläche. Ihre Ideen und Wünsche einbringen sollen die Kinder bei zwei weiteren geplanten Spielplätzen – in der Rudolf-Maus-Straße und im Bruno-Rüffer-Ring.

Bei dem Stadtteiltreffen im Jugendhaus entwickelten die Teilnehmer unter anderem Ideen zur Endhaltestelle und dem angrenzenden Gelände zwischen Lilienthalstraße, Sensburger Weg, Ortelsburger und Marienburger Straße. Auf dem Terrain sollen nach und nach acht Wohnblocks abgerissen werden. Das schafft Platz für eine komplette Umgestaltung zur „neuen Mitte“.

In den Diskussionsrunden kam die Idee auf, die Haltestelle an der Endschleife ans hintere Ende zu verlegen. Dort, so Jörg Ackermann, „könnte man eine professionelle, barrierefreie Haltestelle hinkriegen. Außerdem könnte man den Bereich damit beleben und im vorderen Teil Platz für neue Nutzungen schaffen. Ein weiterer Ansatz ist es, den ehemaligen Netto-Markt an der Marienburger Straße zu einer Art Gemeinschaftszentrum umzubauen.

Viele Ideen zur „neuen Mitte“ und zur Endschleife lagen bereits auf dem Tisch, einige neue sind durch die Stadtteilkonferenz hinzugekommen. All das, so Ackermann, „fließt ein“ in einen städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb, der voraussichtlich im Herbst 2020 starten soll. Dazwischen seien weitere unterschiedliche Beteiligungsmöglichkeiten vorgesehen.

Klare Wegeführung in Nordwest

Ein weiteres großes Thema, das Peter Brandenburger von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GBG vorstellte, ist die Schaffung einer transparenten Wegestruktur in Schönau-Nordwest. Dort existieren zwar viele Wege und Pfade. Aber, so Brandenburger:

„Einen direkten Weg von Nord nach Süd gibt es nicht.“ Die Schaffung einer solchen hell ausgeleuchteten Fußgänger- und Radfahrer-Achse solle zugleich die Angsträume reduzieren. Und zur Bewegungsförderung beitragen, wie Lisa Paulsen ergänzte. Sie arbeitet an einem Forschungsprojekt der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit. Ziel: die Menschen in positivem Sinne auf Trab bringen.