Schönau

Schönau Evangelische Gemeinde renoviert die Emmauskirche am Bromberger Baumgang / Gottesdienstraum neu strukturiert / Bistrotische im Eingangsbereich

Altar rückt näher an die Gläubigen

Archivartikel

Abgeschlossen ist nach etwa einem halben Jahr die Renovierung der Emmauskirche im Bromberger Baumgang auf der Schönau. Es hatte gleich mehrere Stellen gegeben, die die Schönaugemeinde in Angriff nehmen musste, berichtet Pfarrer Johannes Höflinger im Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“. Unter anderem ging es bei der Sanierung des Gebäudes, dessen Grundstein am 8. Juni 1952 gelegt worden war, auch um die Orgel.

Die Orgelbau-Firma Karl Göckel aus Epfenbach kümmerte sich um das große Instrument, bei dem jede einzelne Pfeife gereinigt werden musste. Auch der Glockenturm musste angegangen werden. Bei dem offenen Bauwerk regnete es durch. Es wurde mit einem Hasengitter verschlossen, auch zum Schutz für die Vögel. Außerdem hat die Gemeinde am Glockenturm neue Schallläden (Lamellen) anbringen lassen. Die alten waren stark durch den Vogelkot verschmutzt.

„Stolperfallen“ beseitigt

Was außerdem dringend erforderlich war, war ein neuer Anstrich in der Kirche. Die Farbe, die man für den Raum verwendet habe, beschrieb Pfarrer Johannes Höflinger als „Wüstengelb“. Gleich am Eingang musste außerdem der Fußboden dringend erneuert werden. Die aufgequollenen Holzdielen waren dort zu Stolperfallen geworden. Um neue Dielen zu verlegen, über die die Kirchenbesucher jetzt gefahrlos in die Kirche eintreten können, wurden Kirchenbänke entfernt. Diese Kirchenbänke wurden eingelagert, falls sie wieder gebraucht werden.

Jetzt empfängt die Kirchenbesucher gleich nach dem Betreten der Kirche ein Bistrobereich, der mit den dafür üblichen Tischen ausgestattet ist. Das soll zukünftig für mehr Geselligkeit nach dem Gottesdienst und beim Kirchencafé dienen.

Nicht nur der hintere Bereich, auch der Altarraum wurde erneuert. Nach dem Motto „Gott ist in der Mitte“ habe man den Altar, Taufstein und Verkündigungsort näher zu den Kirchenbänken und damit zu den Gläubigen gerückt. Da der Altar vor den Stufen steht, sei es jetzt möglich, sich um ihn zu versammeln.

Einige der Kirchenbänke wurden gekürzt, andere entfernt – und eine Stuhlreihe eingefügt. „Wir haben immer mehr Kirchenbesucher, die auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sind. Vor alle die Mehrzahl der Rollatoren standen immer im Gang zwischen den Sitzbänken“, so Pfarrer Höflinger. Dieses Problem sei jetzt, mit den eingefügten Stühlen, die leicht weggestellt werden könnten, gelöst. So lasse sich Platz für die Hilfsmittel schaffen.

Saniert werden musste auch die Altartreppe aus Natursandstein. Entfernt und erneuert habe man daneben den Teppichboden auf der Empore. Im Juni standen elektrische Umbauten und Beleuchtung auf dem Programm. Im Vorfeld der Umgestaltung hatte sich die Schönaugemeinde den fachlichen Rat des führenden Kirchenpädagogen in Baden, Hartmut Rupp, eingeholt.

Förderverein schafft Stühle an

Nach einer professionellen Reinigung konnte die Gemeinde ihre Kirche wieder in Besitz nehmen. Die Freude darüber, dass „seine“ Kirche jetzt in frischem Glanz erstrahlt und neue Möglichkeiten bietet, war Pfarrer Johannes Höflinger anzusehen. „Der neu gestaltete Eingangsbereich wirkt dadurch, dass man nicht gleich auf Kirchbänke, sondern an den freien Bereich mit den Tischen stößt, viel einladender und nicht so beengt“, sagte er. Es sei ihm „sehr wichtig, mich bei allen Firmen und Gemeindemitgliedern, die uns tatkräftig unterstützt haben, zu bedanken“.

Rund 120 000 Euro hat die Renovierung nach Auskunft von Helmut David vom Förderverein gekostet. Daran habe sich das evangelische Dekanat großzügig beteiligt. Wünsche gibt es auch noch nach der Sanierung. Es fehlen unter anderem noch Stühle.

Der Förderverein, der auch die Bauaufsicht hatte, sponsert zu Weihnachten 30 neue Stühle, so Helmut David. Auch die Kosten für den Altarumbau habe der Verein übernommen. Gesucht werden neue Mitglieder – gerne auch Förderer, die über ihren Beitrag hinaus zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen können, die für weitere Anschaffungen notwendig sind.