Schönau

Schönau Eva-Maria Hipp bastelt Figuren aus Wegwerfstoffen / Schultheater-Projekt als Initialzündung

Außerirdische werben für mehr Frieden in der Welt

Archivartikel

„Sie betreten jetzt eine andere Welt“, kündigt Eva-Maria Hipp an, als sie uns vor der Tür empfängt. Wir besuchen sie wegen ihres außergewöhnlichen Hobbys: Sie kreiert sogenannte „Alienmodels“, also außerirdische Wesen – für die sie im Anschluss eigene Kleidung herstellt. Die Outfits werden aus Wegwerfstoffen angefertigt, die sie manchmal von anderen Personen zur Verfügung gestellt bekommt.

Bei den Aliens handle es sich um Figuren und keinesfalls um Puppen, so Hipp. Sie lebten auf den unterschiedlichsten Planeten – von „Agor“ über „Kilox“ bis hin zu „Adrion 96“. Die Außerirdischen jedes Planeten sollen den Menschen eine wichtige Botschaft überbringen: „Jeder Planet hat seine eigene Mode und dazu seine eigene Geschichte“, erklärt die Schönauerin.

Das Grundgestell der Akteure ist ein Pfeifenreiniger. Insgesamt hat die Designerin bis jetzt in etwa 1000 Aliens und 100 Planeten bei sich zuhause. Sie hofft, dass sich eines Tages die Chance ergibt, ihre Alienmodels an jemanden, der sich für diese interessiert, zu verkaufen, da sie sich selbst nicht als Sammlerin bezeichnet.

Gipfeltreffen am Tisch

„Ich finde es manchmal überraschend, was meine Hände alles arbeiten können und was dabei entsteht“, sagt die 76-jährige. Eva-Maria Hipp hat ursprünglich damit begonnen, Puppen zu kreieren. Erst 2016 fing sie mit ihrem ungewöhnlichen kreativen Hobby an und arbeitet mit sehr viel Spaß und Leidenschaft daran. „Das macht kein Mensch!“, sagt sie voller Überzeugung.

Einen persönlichen Favoriten unter den Planeten hat sie nicht, denn „sie liebt sie alle sehr“. Hipp ist stolz auf ihre Arbeit und möchte sich einen Namen als Designerin machen. „Wie wäre es mit ,Eva-Maria Hipp – die neue Alienmode-Designerin‘“, lacht die Schönauerin.

Besonders gut gelungen ist ihr das sogenannte „Raumschiff Friedensbote“, welches an ein persönliches Ereignis erinnert: ein Theaterstück, das sie damals, als sie noch in einem Kinderhaus beschäftigt war, mit den Kindern bei der Schultheaterwoche aufgeführt hat.

Die Kostüme der Kinder waren, ähnlich wie die Kleider der Alienmodels im Haus der Modedesignerin, aus Wegwerfmaterialien. Das Stück hatte zum Inhalt, dass die Kinder nacheinander vorgetreten sind und die Handlungen der Menschen kritisiert haben.

Dieses Theaterstück hat Eva-Maria Hipp nun auch als Miniaturform in einer Kiste, das „Raumschiff Friedensbote“, zuhause stehen. Auf diese Kiste ist sie einst auf einem Flohmarkt gestoßen und dachte sich direkt: „Das ist mein Raumschiff.“

Ein weiteres Projekt von ihr ist der „längste Miniaturtisch der Welt“ in Form eines Gipfeltreffens zwischen Angela Merkel und anderen Vertretern verschiedener Nationen, die sie an eine Tafel mit einer erstaunlichen Länge von acht Metern gesetzt hat. An diesem Tisch passen ungefähr 200 besetzte Stühle. Vom Treffen der Mini-Politiker zeigt sie einen kleinen Teil mit insgesamt 15 Stühlen, die von jeweils einem Vertreter einer Nation besetzt sind. „Das Original war natürlich größer“, schmunzelt die 76-Jährige.