Schönau

Schönau Schüler aus Bilbao besuchen das Johanna-Geissmar-Gymnasium / Gemeinsamkeiten und Unterschiede

„Die Deutschen sind ehrlicher“

Im Oktober letzten Jahres waren Schüler des Johanna-Geissmar-Gymnasiums in Bilbao beim Schüleraustausch. Nun folgte der Gegenbesuch in dem Gymnasium auf der Schönau. Lehrer Thomas Schmidl berichtet im Gespräch mit dieser Zeitung, dass ein umfangreiches Kulturprogramm erarbeitet wurde, um den spanischen Schülern etwas zu bieten. Ein Besuch in Freiburg stand ebenso auf dem Plan wie das Heidelberger Schloss mit seinem Großen Fass. Der Luisenpark und das Technoseum waren auch Teil der Mannheimer Besuchstour.

Kleinere Klassen

Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede beider Kulturen stellten die Schüler fest. Das erste, was den Schülern der Klasse 9 auffiel, war, dass in Deutschland die Schule größer, die Klassen allerdings kleiner als in Spanien seien. In Bilbao werden die Lehrer zudem geduzt, was den Deutschen älterer Jahrgänge völlig fremd ist. Außerdem wechseln hierzulande die Schüler immer wieder das Klassenzimmer, in Spanien kommen die Lehrer zum Unterricht in die Säle. Beim Sportunterricht trainieren Mädchen und Jungen gemeinsam. In Spanien wird nach Geschlechtern getrennt.

Einer Schülerin fiel auf, dass die Menschen in Bilbao in Wohnungen leben, hier in Mannheim dagegen mehr in Häusern. Die Gebäude seien in Bilbao wesentlich höher als in Mannheim. Die Quadratestadt sei daher von der Fläche viel größer als die größte Stadt der autonomen Gemeinschaft Baskenland in Spanien.

Ein weiterer großer Unterschied sei, dass in Deutschland der Aufwand höher sei, sich zu treffen oder zu verabreden, weil sich die Schüler in Mannheim über viele Stadtteile verteilen, während sie in Spanien näher zusammenwohnen. Die unterschiedlichen Essenszeiten fielen allen auf. In Deutschland werde viel früher und viel mehr gegessen als in Spanien. Die Mengen, die verzehrt werden, beeindruckten die spanischen Schüler.

Rohe Paprika verpönt

Aber dass man Paprika oder Gurken roh essen könne, traf auf Unverständnis bei den ausländischen Gästen, denen vor allem das Kennenlernen einer anderen Kultur gefiel. Einer der spanischen Schüler meinte: „Die deutschen Menschen sind ehrlicher. Wenn man etwas verliert, so könne man es eher wieder zurückbekommen als in Spanien“. Da man kein Tourist sei, sondern in einer Familie lebe, lerne man viel besser die Sprache des jeweils anderen kennen, war eine Gemeinsamkeit, die alle übereinstimmend festhielten.

Es sei übrigens sehr interessant, die Unterschiede der Kulturen miteinander zu vergleichen, stellte eine Teilnehmerin des Austauschs fest. Sie könne sich daher vorstellen, einmal für ein Jahr in Spanien zu leben und dort zu studieren. Fröhlich gingen die Schüler anschließend wieder in den Unterricht.