Schönau

Schönau Johanna-Geissmar-Gymnasium begrüßt Großnichte der Namensgeberin / Ruth Shimondle aus den USA angereist

Ein Bild für den Ehrengast

Er gibt nicht auf: Studiendirektor Marin Geipel vom Schönauer Johanna-Geissmar-Gymnasium (JGG) sucht seit vier Jahren nach der „Geissmar-Violine“. So nennt er die berühmte Stradivari 1710 Vieuxtemps, die die Familie Geissmar rund hundert Jahre lang besessen hat. Aber auch wenn er das wertvolle Instrument noch nicht aufgespürt hat, fand er zumindest mit Ruth Shimondle eine Großnichte der Gymnasiums-Namensgeberin.

„Today is a special day for me. Today is like a miracle for me“ – „heute ist ein besonderer Tag für mich. Der heutige Tag ist für mich wie ein Wunder“: Mit diesen Worten begann Geipel, sichtlich aufgeregt, seine Rede beim Empfang von Ruth Shimondle. Zuvor war er extra nach Seattle in die USA geflogen, um die Großnichte zu finden und dann nach Mannheim einzuladen.

Shimondle, die als Ruth Bernstein 1930 in München geboren ist, war die Tochter der Pianistin Elsa Geissmar aus Heidelberg. Wenige Monate nach dem Einzug in ihr neues Haus in München scheiterte die Ehe von Ruths Eltern. Ihre Mutter erkannte früh die Gefahr durch den Nationalsozialismus und wanderte mit der Tochter 1938 nach Amerika aus. Ruth Shimondle ist somit die letzte lebende Nachfahrin der Familie Geissmar.

Mit der Ouvertüre aus der Suite in D-Dur von Georg F. Händel eröffneten Annabell Weidenauer (Trompete) und Anna Anstell (Klavier) den musikalischen Teil der kleinen Festveranstaltung im neuen Musiksaal des JGG. Dessen Leiter Roland Haaß freute sich über den Gast aus Amerika: „Toll, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind“. Haaß erklärte, wie es zur Namensgebung der Schule kam. Zum einen sei Johanna Geissmar Mannheimerin gewesen, zum anderen eine der ersten Frauen, die zum Dr. med. promovierten.

Dank von Lutz Jahre

Ruth Shimondle dankte sehr bewegt für den Empfang und die Herzlichkeit, die ihr zuteil wurde. Gleichzeitig zeigte sie sich erstaunt, dass eine Schule nach ihrer Großtante benannt worden ist. Sie dankte auch für die Chance, diesen wundervollen Moment noch erleben zu dürfen.

Die Vorträge wurden immer wieder von musikalischen Beiträgen unterbrochen. Im Namen der Verwaltung und des Gemeinderates dankte Lutz Jahre, Leiter des städtischen Fachbereichs Bildung, Ruth Shimondle und ihrer Begleiterin Mary Glaghart für ihr Kommen. Die Schülersprecher Sarina Gramlich, Julian Haag und Mael Cleff überreichten Shimondle ein Bild.