Schönau

Schönau Gesundheitstag des Seniorennetzwerks diesmal in kleinerem Rahmen / Organisatoren wollen älteren Menschen Anreize bieten, ihre Wohnungen zu verlassen

Experten raten Bürgern zu mehr Bewegung

Archivartikel

Möglichst lange im Alter ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen leben möchte wohl jeder. Mit gesunder Ernährung und vor allem viel Bewegung kann man in eigener Sache diesem Ziel Vorschub leisten. So lautete auch das Credo des Gesundheitstages am Danziger Baumgang.

Zum ersten Mal organisierte das Team des Seniorennetzwerks dort die Veranstaltung, die zu Gast in der Schönauer Baptistengemeinde in einem kleineren Format präsentiert wurde. Es sei bereits die fünfte Auflage der Veranstaltungsreihe, meinte Netzwerksprecherin Johanna Schmidt. Einen größeren Rahmen konnten und wollten die Organisatoren nicht stemmen. „Zudem lag uns sehr daran, dem ebenso an diesem Tag stattfindenden Zwickelfest nicht die Kundschaft abzugraben“, wie Schmidt betonte.

„Ziel der Veranstaltung ist es vor allem, dass unsere Senioren im Stadtteil einen Grund haben, ihre Wohnung zu verlassen“, erklärte sie. Das Thema Gesundheit ziehe dabei immer. Darüber hinaus konnten die Besucher ihre Blutdruckwerte und auch ihren Blutzucker bestimmen lassen. „All das ohne irgendwelche Kosten“, hob Johanna Schmidt hervor. Vor allem ab einem bestimmten Alter sollten die Leute ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren lassen, meinte Elfriede Lehmann vom Caritasverband. Schlechte Ernährung und Bewegungsmangel seien häufige Gründe, warum die Werte besorgniserregend hoch seien, unterstrich die Krankenschwester. „Dann schicke ich die Menschen sofort zu ihrem Hausarzt.“ Bei einem gewissen Teil der Besucher bemerke sie ein Umdenken, was die persönliche Gesundheitsvorsorge angehe. Andere stellten sich aber stur und machten weiter wie bisher.

Dabei könne Sport auch den Blutzuckerpegel beeinflussen, verriet Dorothee Liebald vom Fachbereich Gesundheit. Dort sei sie zuständig für die Gesundheitsförderung, wie sie berichtete. „Ich bin jedoch gleichfalls Mitglied im Seniorennetzwerk Schönau.“ Energie, die man bekomme, müsse auch verbrannt werden, lautete ihr Motto. Der Lebensstil habe einen massiven Einfluss auf die Gesundheit. Wer nicht von der Couch hochkomme, besitze schlechte Karten.

Das sieht auch Dirk Klee nicht anders. Der Sportphysiotherapeut informierte die Besucher mit einem Vortrag zum Thema Sturzprophylaxe. Er bemerke bei älteren Leuten oft eine Angst sich überhaupt in Bewegung zu setzen, aus der Furcht zu fallen, wie er erzählte. Dies bringe nur keine Verbesserung, sondern führe erst recht zu der Gefahr, dass sich die Situation verschlechtere. „Natürlich rate ich dazu, Stolperfallen im Haushalt aus dem Weg zu gehen“, meinte Klee. Menschen mit Sehbehinderung seien dabei besonders herausgefordert. Regelmäßige morgendliche Gymnastik beuge Muskelverlust und Bewegungseinränkungen vor, der Körper bleibe länger fit. Seit zehn Jahren arbeite er in der Praxis Fröhlich im Stadtteil Schönau. „Manchmal kommen sehr alte Patienten, die vorher noch nie eine ähnliche Praxis besucht haben“, wie er verriet. Diese Hemmschwelle gelte es natürlich abzubauen.

Seit 60 Jahren wohnt Werner Bolt bereits auf der Schönau. „Heute bin ich allerdings zum ersten Mal bei einer Veranstaltung des Seniorennetzwerks“, wie er gestand. „Meine Frau hat mich mitgenommen und es war eine gute Entscheidung“, wie er betonte. Auch Bernhard Höllriegl nutzte die Gelegenheit, sich bei Krankenschwester Elfriede Lehmann wichtige Tipps zu holen. „Man erfährt immer etwas, das man zuvor so noch nicht gewusst hat“, freute er sich.