Schönau

Schönau Miteinander von zwei Gemeinden / Anknüpfen an Kartoffelpflanz-Aktion

Gottesdienst im Freien

Archivartikel

Einen Gottesdienst in freier Natur, inmitten bereits blühender Sonnenblumen, gewachsener Maiskolben, blühender Wildblumen und Pflanzen – das war schon etwas außergewöhnlich. Vielleicht war es gerade die Außergewöhnlichkeit, die die Menschen begeisterte, daran teilzunehmen.

„Miteinander wachsen, dem Himmel entgegen, miteinander gehen auf Gottes Wegen“, hieß es beim Gottesdienst. Das Wachsen, besser gesagt das Zusammenwachsen, war der Grund, dass die evangelische Schönaugemeinde und die katholische Gemeinde Guter Hirte zu dem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel eingeladen hatten.

Organisator Uli Thome, genannt Knolli, von der Gemeinde Guter Hirte hatte vor einiger Zeit eine Kartoffelpflanzaktion initiiert, die das Zusammenwachsen der katholischen Gemeinden in der Seelsorgeeinheit Nord symbolisieren soll. Daran schloss sich jetzt auch der ökumenische Gottesdienst an. Thome begrüßte zunächst die Gläubigen. Er erzählte nicht von den aus der Bibel bekannten sieben Plagen, sondern beschränkte sich – in Bezug auf die Kartoffeln – auf vier: Die Plagen, die das Wachstum behinderten, seien Unkraut, Trockenheit, Hitze und der Kartoffelkäfer.

Die Kartoffel, so Thome, habe sich zu einer besonderen Botschafterin des Glaubens entwickelt. Angeregt durch die Aktion der Gemeinde Guter Hirte auf der Schönau, die beim Umweltpreis der Erzdiözese Freiburg bereits 2018 mit dem fünften Platz ausgezeichnet worden war, haben sich in der Diözese bereits weitere 150 Kartoffelfreunde verschiedener Gemeinden gefunden, die sich der Aktion „Zusammenwachsen“ angeschlossen haben.

Löst die Bibel noch etwas aus?

Pfarrer Johannes Höflinger von der evangelischen Schönaugemeinde erklärte, dass er beim Aufräumen auf alte Rasensamen gestoßen sei, die er nicht mehr länger habe aufheben wollen, weil er ihnen nicht zugetraut habe, noch zu keimen. Er nutze dies als Übergang, um zur Bibel zu kommen. „Kann sie beim Menschen noch was auslösen?“, fragte er.

Die Kinder durften an diesem Sonntag unter einem Zelt neben den Erwachsenen ihren eigenen Gottesdienst feiern, bei dem auch gebastelt wurde – mit Martina Dormagen- Thome und Yvonne Weidner. Nach dem Gottesdienst galt es für sie, die Kartoffeln der Sorten „Rosa Tannenzäpfle“ und „Blauer St. Galler“ aus der Erde auszubuddeln.

Den Gottesdienst begleiteten der Praktikant zum Gemeindereferent Michael Scheffels sowie musikalisch Brigitte Michel, Monika Bucher sowie Sandra und Markus Waindok. Er endete mit der Agape Feier.