Schönau

Schönau Konzert im Jugendhaus lockt zahlreiche Zuschauer an

Harte Beats treffen auf dreckigen Rock

Laut und rockig – aber immer mit tiefsinnigen Texten: So kann das erste Rockkonzert der Reihe „JugendTraum 3.0“. bezeichnet werden. Bisher fanden die Konzerte im Herzogenried statt. Jetzt ertönten die Bands erstmals im Jugendhaus Schönau.

„Wir wollen hier Bands aus der Region die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren“, so der pädagogische Leiter des Jugendhauses, Jochen Bauder. Die Jugendlichen nutzten das Angebot und besuchten zahlreich das Konzert. Dabei spielte sicherlich die günstige Anbindung eine wichtige Rolle. „Das ist die Endstelle der Linie 1. Somit ist das Jugendhaus für Interessierte leicht zu erreichen, was diese auch reiflich nutzen,“ so Bauder.

Handgemachte Musik

Bauder und Stephan Kumleben vom Jugendhaus Herzogenried stehen für die Organisation dieses Konzerts, in dem Bands auf der Bühne standen, die sonst nur selten oder gar nie gemeinsam auftreten. Dieses Mal stand handgemachte Musik, mit harten Beats, aber auch dreckiger Rock der ganz eigenen Art im Vordergrund. Leise Töne bildeten eher die Ausnahme. Fünf Bands rockten die Bühne und ließen die Bretter, die die Welt bedeuten, erbeben. Alle Hölzer blieben an ihrem Platz, auch wenn es angesichts der Lautstärke schwerfiel, dies zu glauben.

Da war zunächst einmal die Gruppe „Nö danke“ aus Heidelberg. Der „Schwarzmaler“ Jonathan Langer an der Gitarre, Gustav Schneider am Bass, Lucas Vadré an den Drums und ganz wichtig – in voller Konzentration – Nicolas Hoffmann an Synthesizer und Keyboard trafen mit ihren deutschen Texten Neigungen und Ängste des Publikums.

„Sarah and the Gang“ mit Drums, Keyboard und E-Bass sowie dem Rapper Leroy und Frontsängerin Sarah standen eher für Hip Hop und Neo Soul. Aber auch hier lag der Ton mindestens auf „energiegeladen“. Die Band „Überraschungsgast“ singt eher von gescheiterten Beziehungen, politischen Geschehnissen sowie von Freundschaft und Verlust. Die tiefsinnigen Texte werden begleitet von echt harten Riffs.

„NK3M“ was „No Kids, Three Money“ heißt, stehen für Pop und Punk der eher melodischen Art. Die Musik habe Ohrwurmcharakter, stellte eine Besucherin fest. Mit „The Color of Iris“ stand die fünfte und damit letzte Band auf der Bühne, die dem Charakter des Konzerts wieder voll gerecht wurde. Dreckiger Rock, manchmal sogar mit melancholischen Untertönen serviert das Quartett. Vieles, was da geboten wurde, entstand sicher aus dem Nichts, um dann förmlich zu explodieren.

Den Jugendlichen, die den Weg ins Jugendhaus gefunden hatten, gefiel es jedenfalls. Manche tanzten sogar zwischendurch mit. Die Idee für diese Konzertreihe hat ihren Ursprung in einem Benefizkonzert für junge Flüchtlinge, das im November 2015 von den Jugendhäusern Herzogenried und Schwetzingerstadt organisiert worden war. Neben Spaß an der Musik war auch die Bereitstellung einer Bühne für regionale Künstler das Ziel für dieses Konzert. Die Bühne bestand jedenfalls diese Kostproben unbeschadet. Am 17. November wird die Serie fortgesetzt – im Jugendhaus Herzogenried.