Schönau

Schönau Festival zum fünfjährigen Bestehen der Skater-Anlage an der Lilienthalstraße / Könner zeigen in vier Kategorien ihre besten Tricks

Hoch hinaus mit Kraft und Geschick

Fakie Full Cab 360 – eine volle Umdrehung – so lautet der Name des Tricks. „Vielleicht waren es auch nur 270 Grad, aber der Sprung war gut“, freut sich Philipp „Phipsy“ nach seinem Auftritt, der ihm viel Applaus, Anerkennung der Jury und neidisches Lob der anderen Teilnehmer einbringt.

Beim Best Trick Contest des Skate Festival 2019 auf der Schönau geht es um Weite, Höhe und eine saubere Landung. Und dabei sollen die Skater auch noch eine gute Figur machen, wie Jurymitglied Oli erklärt. Jeder kann seine speziellen Tricks vorführen, dafür hat er gut anderthalb Stunden Zeit, dann kommt die Jury zusammen und wertet die zahlreichen Sprünge aus.

Beim Skate Festival 2019 der „Skater aus Mannheim“, kurz SAM genannt, geht es allerdings nicht nur sportlich zu, sondern auch feierlich: Die Skateanlage in der Lilienthalstraße ist fünf Jahre alt. „Am Anfang war hier nichts“, erinnert sich Christian Endres vom Quartierbüro Schönau: „Da war hier nur Acker, so wie da drüben.“ Die Kinder und Jugendlichen wollten damals eine Skateanlage im Stadtteil, die Initiative SAM wurde ins Leben gerufen und konnte den Gemeinderat schließlich davon überzeugen. SAM leistete auch einen finanziellen Beitrag und akquirierte Spendengelder.

Die Kinder und Jugendlichen waren ebenso an der Auswahl des Skateparkplaners beteiligt und wirkten bei der Planung mit. „Die haben die Erfahrung – wissen, was sie wollen. Daher war es richtig, die an der Planung teilhaben zu lassen.“ Am Anfang waren es eher noch die Kinder, die die Anlage nutzten. „Da waren hauptsächlich 13- und 14-Jährige unterwegs“, erinnert sich Endres: „Aber mittlerweile ist die Familie gewachsen.“ Aus den Kindern sind Jugendliche geworden, und gleichzeitig sind neue Kinder nachgerückt. „Die Anlage ist gut angenommen worden“, so das Resümee von Endres. Das bestätigt auch Skater Frankie: „Ich bin jeden Tag hier auf der Anlage, Skaten ist mein Leben.“

Kräftezehrende Temperaturen

Fünf Jahre nach Eröffnung wurde nun ein kleines Jubiläumsfest gefeiert: Das Quartierbüro Schönau, die Stadt Mannheim und hier insbesondere die Kinderbeauftrage Birgit Schreiber, der Eltern-Aktiv-Verein, das Jugendhaus Schönau sowie der dazugehörige Förderverein, der Jugendtreff Sandhofen und der Skateshop S’Brett traten als Veranstalter auf und konnten sich dabei auf eine großzügige Spende des Bezirksbeirates Schönau verlassen. „Bei der Hitze haben wir damit den Skatern kostenlos Wasser und Snacks anbieten können“, so Endres.

Doch es war nicht nur die Hitze, die den Skatern zusetzte, sondern auch das umfangreiche Programm. In den vier Kategorien Best Trick, Powerslide Ur Life, Need For Speed und Surprise galt es, nicht nur eine gute Figur zu machen, sondern auch eine perfekte Landung hinzubekommen. Nur: Das gelang bei den artistischen Tricks nicht immer. „Es kann nur einen Best Trick geben“, sagte Juror Oli und läutete die letzten fünf Minuten des Wettbewerbs ein: Es waren die abschließenden Versuche der Teilnehmer, den ultimativen Trick hinzubekommen.

Frankie zeigte noch ein paar schöne Wallrides, während Phipsy das schier Unmögliche versuchte: ein Jump von der Mauer in die fast fünf Meter darunter liegende Skatebahn. Doch als er oben auf der Mauer stand, verließen ihn die Kräfte. „Das ist mir heute zu hoch, das schaff’ ich heute nicht, ich bin zu sehr erschöpft. Ich spür meine Pumpe, und die sagt Nein.“ Vor ein paar Jahren hatte er sich mal bei diesem Trick zwei Bänder abgerissen, „das will ich nicht noch mal haben“.

Aber er braucht den Jump auch nicht, er kann die Jury mit seinen anderen Tricks überzeugen: In der Kategorie Best Trick jedenfalls hat Phipsy am Ende die Nase vorn. Sein Best Trick war der Backside Benihana Transfer: „Soweit ich mich erinnern kann, hab’ ich den hier auf der Anlage noch nicht gesehen“, so Jurymitglied Oli.

Am 20. Juli geht es feierlich und auch sportlich weiter, dann wird in Käfertal eine neue Skateanlage eingeweiht. „Die ist komplett anders als die Anlage auf der Schönau, die Elemente wiederholen sich nicht. Was es hier gibt, wird es nicht in Käfertal geben. Auch diese Anlage basiert wieder auf den Ideen und Planungen der Skater. Die wissen, was sie wollen“, erklärte Endres. Ab 12 Uhr wird in Käfertal geskatet und gefeiert.