Schönau

Schönau Polizei warnt im Otto-Bauder-Haus vor Trickbetrügern am Telefon

Hörer auflegen und 110 wählen

Archivartikel

„Seien Sie vorsichtig und immer ein wenig misstrauisch“, rät Polizeihauptkommissar Oliver Quack vom Polizeiposten Sandhofen in seinem Vortrag „Fit im Alter – Schutz vor Täuschungen“ im Otto-Bauder-Haus auf der Schönau. Die größte Gefahr lauere zu Hause und nicht auf der Straße, so der Polizist. Er warnte auch davor, unangemeldete Handwerker in die Wohnung zu lassen. Es könnte sich um Diebe handeln. „Sie haben nicht die Pflicht, diese in die Wohnung zu lassen, so Quack. Auch wenn sich jemand als Polizist ausgebe und einen Ausweis zeige, müsse das nicht unbedingt stimmen. Man könne die Menschen bitten, vor der Tür zu warten. Dann solle man ans Telefon gehen und die „110“ wählen. Dort erhalte man immer Auskunft, ob es sich um echte Beamte handele oder ob Betrüger vor der Haustür stehen.

Gerade wenn die Leistungen im Alter nachlassen, sei Vorsicht geboten. Professionelle Diebe würden auf solche Touren reisen. Auch der sogenannte „Enkeltrick“ sei eine weit verbreitete Masche, mit der vor allem ältere Menschen um ihr Vermögen gebracht werden sollten. Die Verbrecher seien geschult, andere übers Ohr zu hauen. Daher sei da besondere Vorsicht geboten.

Die Anrufer würden sich als Enkel oder gute Bekannte ausgeben. Immer würden sie einen finanziellen Engpass vorgeben – sei es, dass sie Geld für ein kaputtes Auto bräuchten oder für eine größere Anschaffung. Dazu geselle sich dann noch, dass sie das Geld nicht selbst abholen könnten, weil sie verletzt seien. Ein Bekannter würde vorbeikommen und das Geld abholen. Nicht selten rufe der Täter sogar ein Taxi, wenn das mögliche Opfer den Weg zur Bank nicht zu Fuß bewältigen könne.

Die Polizei verlange niemals Geld oder die Herausgabe von Wertsachen, unterstrich Quack. Im Bereich des Polizeipräsidiums Mannheim habe es im letzten Jahr rund 2000 solcher Anrufe gegeben. Die Dunkelziffer liege aber weit höher. In 60 Fällen habe eine Übergabe von Geld oder Wertsachen gegeben. Der angerichtete Schaden liege laut Quack bei rund 900 000 Euro.

Quack berichtete von zwei Fällen in der Gartenstadt, in denen ältere Menschen Besuch von unbekannten erhalten hätten. In einem Fall gaben die Diebe vor, ein Paket ausliefern zu wollen. Dabei drängten sie das Opfer in die Wohnung, überwältigten es und brachten es zu Boden, durchsuchten die Wohnung und verschwanden mit Bargeld wieder.

Der Polizist gab auch Ratschläge, wie man sich verhalten solle. Man solle nie am Telefon über seine finanziellen Verhältnisse Auskunft geben. Unbekannten Menschen soll nie Bargeld oder Wertgegenstände übergeben werden. Wer unsicher sei, könne immer unter der Nummer 110 ohne Vorwahl anrufen und dort nachfragen. Wenn Druck ausgeübt werde, solle der Hörer sofort aufgelegt werden und die Polizei informiert werden. has