Schönau

Schönau/Oststadt Schüler der Hans-Christian-Andersen Schule besuchen die Mannheimer Kunsthalle

Kinder zeigen Freude an Kunst

Ausflüge sind für Schulkinder immer etwas Besonderes, dieser aber hatte es in sich: Die Mädchen und Jungen der Klasse 2a der Hans-Christian-Andersen-Schule fuhren jetzt per Straßenbahn in die Innenstadt, um die Kunsthalle zu besuchen.

Kostenfrei, denn der Lions Club Mannheim Rhein-Neckar hatte für die finanzielle Ausstattung gesorgt. Und bestens präpariert, denn die Kunstvermittlerinnen der Städtischen Kunsthalle hatten die jungen Leute mit kindgerechten Vorbereitungen auf diese Reise in den Kubismus und Surrealismus eingestimmt.

Die aufsehenerregende Ausstellung über „Henri Laurens – Wellentöchter“ war der Auftakt einer spannenden Tour durch die Kunstwelt. Henri Laurens (1885-1954) gilt als der bedeutendste französische Bildhauer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er gehörte zum Kreis der Kubisten. In den 1920er Jahren wandte er sich wieder einer organischen Formensprache zu und blieb der figürlichen Darstellung treu.

Blicke fürs Detail

Im Betrachten von Kunst sind Kinder Profis: Mit ihrem Blick fürs Detail eröffneten sie sich und den Erwachsenen ganze Welten. In der nachgebildeten Werkstatt von Henri Laurens berichtete Kursleiterin Christine Trautmann vom Leben des Künstlers und erklärte anschaulich, was ein Bildhauer ist. Am Tisch des berühmten Bildhauers durften Alec und seine Klassenkameraden dann selbst zu Blatt und Stift greifen, um ihr eigenes Kunstwerk ebenso opulent wie vielgestaltig zu zeichnen. Den Schönauer Kindern wurde moderne Museums-Pädagogik geboten. Mit Blick auf den Wasserturm und das Bild von Robert Delauny, das Formen und Farben einer Stadt abstrahiert, durften sie aus buntem Papier ihre eigene Stadt mit Wasserturm auf ein Fensterbild kleben.

Isabel, Cornelius und den anderen Kindern hat es riesigen Spaß gemacht, sich mit der Kunst auseinanderzusetzen. Der Ausflug hatte sich gelohnt, sprach Daniel für alle: „Besonders das mit der Kunst-Disco am Schluss hat mir ganz toll gefallen.“ Rektorin Cordula Rößler ist ebenso begeistert von dem Projekt wie ihre Schüler. Durch das Projekt werde nicht nur die Kreativität der Kinder gefördert, sondern auch ihre Sprachkompetenz und alle Sinne, was sich nicht zuletzt auch auf Unterrichtsfächer positiv auswirke.

Dorothee Höfert, Leiterin der Kunstvermittlung in der Kunsthalle, berichtete: „Wir pflegen eine Kooperation mit drei Grundschulen in Mannheim und auch mit den fünften Klassen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.“ Das Besondere an der Kooperation mit der Hans-Christian-Andersen Schule sei, dass nicht nur eine ausgewählte Gruppe in den Genuss von Kunst komme, sondern alle Kinder in der zweiten und nochmals in der vierten Klasse.

Wert auf Kontinuität

Der Lions Club Mannheim Rhein-Neckar, dessen Motto lautet „Wir machen Mannheimer Kinder stark“, hat die Langzeit-Kooperation zwischen Andersen-Grundschule und Kunsthalle 2015 auf den Weg gebracht und ermöglicht seither das künstlerisch-kulturelle Projekt mit einer großzügigen Finanzierung. „Ich bin überzeugt, dass Kinder gestärkt durchs Leben gehen, wenn sie Kunst erfahren“, erklärte Activity-Beauftragter Stephan Seyffer. „Kunst ist ein Prozess, deshalb legten wir großen Wert auf Kontinuität.“