Schönau

Schönau Live-Musik im Jugendhaus mit drei Rock- und Metal-Gruppen aus der Region

Leidenschaftliche Auftritte

Die Bühne im Jugendhaus auf der Schönau bebte – zum Glück stehen die Fundamente auf sicherem Grund und Boden. Beim Konzert der vergangenes Jahr ins Leben gerufenen Reihe „Schönau live“ erklang eine Mixtur aus alternativem Rock, hartem Metalcore und eingängigerem Modern Metal. Gerade diese Mischung, die die Bands Broken Vein aus Weinheim, Staggin Rutt aus Heidelberg und Mannheim und Colors of Autumn aus Worms servierten, machten wohl das Besondere an diesem Konzert aus, das es wegen der leidenschaftlichen Auftritte der Musiker in sich hatte.

Die Sänger der verschiedenen Gruppen präsentierten ihre Texte mit viel Ausdruckskraft. Das – zugegebenermaßen spärliche – Publikum, das sich vorwiegend aus den mitgebrachten Fans rekrutierte, fing sofort Feuer und ging begeistert mit. Den Einstieg machten Broken Vein. Die fünf Jungs, alle Anfang 20, überzeugten mit einem gekonnten Gitarrenspiel und vor allem einer markanten Stimme. Dass das jüngste Bandmitglied an diesem Abend fehlte, weil er sich nach dem Abitur auf Klassenfahrt befand, fiel kaum auf – ein Bekannter sprang ein und unterstützte die Band. Klar, dass bei diesem Auftritt auch das neuste Stück „Harm Set/Harm Get“ nicht fehlte.

Explosive Mischung

Mit Staggin Rutt kam es im Anschluss allerdings noch härter. Die Band ist vielleicht am ehesten zwischen hartem Rock und melodischem Punk einzureihen. Sie sangen und spielten von verlorenen Träumen und vom Leben in Amerika. Die Titel dazu lauteten unter anderem „Daily Dirt“, „No Indication“ oder „Living in America“ und „Stolen Dreams“.

Zum Ende hin triumphierte Colors of Autumn mit einer explosiven Mischung aus treibendem Heavy-Metal, epischem Power-Metal und der rohen Gewalt des Metal-Core. Angeführt von packenden Gitarrenmelodien hagelte es energiegeladene Rhythmen wie in einem Sturm, und die Stimmen der zwei Frontmänner – brachial und leidenschaftlich – erzählten Geschichten über Trauer, Ehrgeiz, Wut und Hoffnung. Viele Refrains luden zum Mitsingen ein. Die Jungs aus Worms boten eine Show zum Anfassen, die von der ersten Sekunde an begeisterte.

Seit 2014 entfesseln Colors of Autumn auf der Bühne eine begeisternde Mischung aus hartem Metal und melodischem Gitarrenspiel. Im September feiert die Band ihr fünfjähriges Bestehen. Gitarrist Philipp meinte: „Das Gitarrenspiel habe ich von meinem Vater geerbt. Der hat schon Gitarre gespielt. Da lag das doch nahe.“ In diesem Jahr hat die Band schon zwölf Konzerte in kleineren und größeren Clubs gegeben. Immer im Publikum: Edelfan Marie. „Ich war bei allen Konzerten dabei. Das macht mir richtig Spaß.“ Erwartungsfroh schauen die jungen Musiker in die Zukunft: „Mal sehen, was das Jahr 2020 für uns so bringt“, sagten Philipp, Markus und Timo.

Die Konzertreihe „Schönau live“ hat zum Ziel, jungen und unbekannten Bands eine Plattform zu bieten und sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Motto lautet den Organisatoren zufolge: „Raus aus dem Probekeller, rauf auf die Bühne“.

Es klang an diesem Abend durchaus gelungen, was die drei Gruppen auf die Bühne brachten.