Schönau

Schönau Konferenz sammelt Vorschläge, wie der Alltag im Stadtteil besser werden kann / „Handlungskonzept“ geplant

Mehr Plätze für Jugendliche – und weniger Barrieren

Archivartikel

Eine Art Begleitservice für Senioren zu Veranstaltungen im Stadtteil. Einen besseren Informationsfluss darüber, welche Angebote es für Familien im Stadtteil gibt. Und mehr Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche. Das sind einige der Forderungen, die Bürger und Vertreter von Organisationen und Einrichtungen jetzt bei der Stadtteilkonferenz auf der Schönau formuliert haben.

Die Ergebnisse der Veranstaltung sollen nun protokolliert und in einer zweiten Runde – noch in diesem Jahr – vertieft werden. Dann sollen sie in ein „Handlungskonzept“ für den Stadtteil für die nächsten zehn Jahre einfließen. So formulierte es Christian Endres vom Caritas-Quartierbüro in der Rastenburger Straße 38. Er hatte die Konferenz im Jugendhaus gemeinsam mit der kommissarischen „Hausherrin“ Nadine Schantz und Frederick Münkel vom Rathaus-Fachbereich Kinder, Jugend und Familie organisiert.

Die Stadtteilkonferenz, die in der Regel ein bis zwei Mal pro Jahr stattfindet, sei bislang in erster Linie ein Austausch von Terminen gewesen, sagte Endres. Nun hätten er und seine Mitstreiter einmal etwas anderes probieren wollen. Die Teilnehmer – insgesamt rund 50 Bürger waren gekommen – konnten sich an einen von vier Thementischen setzen und über „Lebenswertes Wohnen“, „Kinder und Jugend“, „Soziale Aktivitäten“ und „Sicherheitsempfinden/Endhaltestelle Schönau“ diskutieren. „Was sind die Bedarfe, was läuft nicht im Stadtteil, was soll sich ändern?“ Diese Fragen stellte Endres zu Beginn an die Teilnehmer. Dann wurde darüber gesprochen, nach 20 Minuten konnte sich jeder noch einen zweiten Tisch aussuchen – zum Schluss notierten die Teilnehmer die Forderungen auf Karteikarten und pinnten sie an Stellwände.

Am Tisch „Lebenswertes Wohnen“ ging es unter anderem um die Anfang des Jahres gestartete Sanierung des Gebiets Schönau-Nordwest, über die Jörg Ackermann vom Fachbereich Stadtplanung berichtete. Die GBG saniert dort, unterstützt von der Stadt, in den nächsten zehn Jahren rund 1700 Wohnungen für 125 Millionen Euro. Ein wichtiger Aspekt der Sanierung: die Zusammenlegung von vielen Ein-Zimmer-Wohnungen in diesem Bereich zu größeren Einheiten. „Dort wird es dann auch Wohnungen mit bis zu sieben Zimmern auf 146 Quadratmetern geben“, berichtete Ackermann. Geplant ist zudem die Neugestaltung der Spielplätze Rastenburger Straße, Rudolf-Maus-Straße und Bruno-Rüffer-Ring. Auch die Umgestaltung der Endhaltestelle wollen die Stadtplaner in Angriff nehmen – dazu müsse man aber noch die Ergebnisse einer Machbarbeitsstudie abwarten, so Ackermann.

Klagen über Müll

Elke Beck vom „Haus Miteinander“ war eine von denen, die sich an den Wohn-Tisch gesetzt hatten – weil sie barrierefreie Wohnungen suche, erklärte Beck. Ihr Haus betreut Menschen mit Behinderung, „wir haben 20 barrierefreie Wohnungen, aber alle sind voll“. Entsprechende Räume außerhalb des Hauses würden laut Beck helfen, die Bewohner könnten dann „am Haupthaus andocken“. Beck knüpfte am Tisch Kontakt zu Peter Brandenburger von der GBG, der das Kundencenter auf der Schönau leitet. „Wir bauen an Häuser im Lötzener Weg Aufzüge an“, erklärte dieser. „Die Wohnungen dort sind dann barrierefrei.“

Den Tisch „Kinder und Jugend“ wählten die meisten. Ein zentrales Thema hier: Der Wunsch nach geeigneten Plätzen, an denen Jugendliche sich in ihrer Freizeit aufhalten können. Einer der Teilnehmer schlug vor, dass die Schulen doch ihre Höfe auch außerhalb der Unterrichtszeiten zugänglich machen sollten. Pastor Christian Tomm vom Christlichen Zentrum in der Rastenburger Straße sagte, seine Gemeinde überlege tatsächlich, „ob wir unser Gelände öffnen“.

Ein weiterer Diskussionspunkt war Kinderarmut. Karsten John von der Klangstiftung sprach sich dafür aus, für Jungen und Mädchen ein attraktives, außerschulisches „kulturelles Bildungsangebot“ zu organisieren. Christine Bruckmeir vom städtischen Familien-Hilfsangebot „Willkomen im Leben“ betonte dagegen, man müsse bei diesem Thema „an die Eltern ran.“

In Sachen Sicherheitsempfinden waren Klagen zu hören über Drogenhändler und Trinker, aber auch über Schüler, die Lärm machen und ihren Müll wegwerfen. Unter „Soziale Aktivitäten“ wünschten sich die Teilnehmer, dass bei Veranstaltungen auf barrierefreie Zugänge geachtet werde und und dass Termine in Schaukästen angekündigt werden.