Schönau

Schönau Mitmach-Zirkus im Jugendhaus Schönau stärkt das Selbstvertrauen

Mit Ausdauer zum Erfolg

Die Turnhalle des Jugendhauses verwandelte sich für einen Nachmittag in eine Zirkusmanege, denn die Kinder, die am dreitägigen Kurs des Mitmach-Zirkus teilgenommen hatten, durften den Eltern vorführen, was sie gelernt hatten.

Für das Projekt kooperierte die evangelische Schönaugemeinde erstmals mit dem Jugendhaus. Der Zirkus für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren fand zum sechsten Mal statt, die rund 20 Teilnehmer kamen aus verschiedenen Schulen des Stadtteils. Mitmachen konnte jeder, es gehörten nur Spaß und Mut dazu.

„Der Zirkus hat als Streetworker-Projekt angefangen, aber seit drei Jahren findet er in Hallen statt, mit weniger Kindern. Dadurch ist der Lerneffekt größer“, sagte Pfarrer Johannes Höflinger. „Man kann Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin lernen, dies stärkt das Selbstvertrauen. Dafür ist ein Kinder-Zirkus besonders geeignet, da es gewissen Mut braucht. Wichtig ist auch das Vertrauen in die Personen, die Hilfestellung geben.“ Es gebe unterschiedliche Erfolgsgrade, zum Beispiel freue sich ein Kind, wenn es erst einmal mit Hilfestellung übers Seil läuft, das über dem Boden gespannt ist. Später freue es sich noch mehr, wenn es allein funktioniert. „Die Kinder lernen hier, dass sie mit Ausdauer Erfolge haben. Das ist anders als in der Schule, wenn es zum Beispiel ums Schreiben geht“, fügte Höflinger hinzu. „Das Jugendhaus ist eine Win-Win-Situation, denn die Kinder von hier kommen zum Zirkus und umgekehrt.“

Spezialist dabei

An drei Nachmittagen übten die Kinder verschiedene Kunststücke, zum Beispiel Seil, Diavolo, Akrobatik, Balancieren und Laufen auf einer großen Kugel und das Drehen von Tellern auf einem Stab. Natürlich brauche man dazu einen Spezialisten, nämlich Peter Böhme, Zirkuspädagoge aus Heidelberg. „Ich mache das seit 20 Jahren. Es ist ein sehr erfolgreiches pädagogische Mittel, denn jeder kann hier ein Erfolgserlebnis haben. Wir sind kein Als-Ob-Zirkus, wir verkleiden uns nicht als Löwen. Es ist kein Druck dahinter, jeder darf seine Tricks zeigen.“

Vor der kleinen Aufführung wurde nochmal fleißig geübt, dabei waren die Mitarbeiter der Gemeinde und des Jugendhauses als Hilfestellung im Einsatz. Hier war stellenweise zu sehen, dass in manchen Kindern kleine Akrobaten schlummerten. Zwei Dinge hatten auf jeden Fall alle: Den Mut, in einer kleinen Show den Eltern ihr Können zu zeigen und, noch wichtiger: Weitermachen, wenn mal etwas schiefgeht.