Schönau

Schönau Stadtteil-Quartierbüro der Caritas und Seniorennetzwerk geben Einblicke in die Arbeit für ältere Menschen

Netzwerk vor Ort fördert Selbständigkeit

Alt werden wollen alle. Doch wie kann es gelingen, im Alter selbstbestimmt und unabhängig zu leben und doch bei Bedarf Unterstützung zu bekommen? Unter dem Motto „Gut wohnen und leben 60plus“ hatte der Grünen-Ortsverband Nord zur Podiumsdiskussion eingeladen. Mehr als 50 Gäste konnte Vorsitzende Susanne Aschhoff im Caritas-Zentrum Guter Hirte begrüßen. „Es geht darum, wie Menschen jenseits der 60 ihr Leben nach ihren Wünschen gestalten können“, sagte sie.

Wie muss ein Stadtteil aussehen, der seniorengerechten Wohnraum bietet? Christian Endres vom Quartierbüro der Caritas erklärte, wie die Bedürfnisse älterer Menschen in die Entwicklung von Schönau Nordwest einfließen. In Schönau leben 12 923 Menschen, davon sind rund 18 Prozent (stadtweit 18,8 Prozent) 65 Jahre und älter. „Auffällig ist“, so Endres, „dass 15,1 Prozent aller über 65-Jährigen in Schönau-Nord Grundsicherungsleistungen erhalten (Mannheim 5,6 Prozent).

Durch das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ hat die GBG - Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft in Schönau-Mitte (2005-2017) 1167 Wohneinheiten saniert. Seit 2018 werden nun auch in Schönau-Nordwest circa 1700 Wohneinheiten saniert und teils seniorenfreundlich gestaltet. Dazu müssen alle Bewohner ihre Wohnung verlassen. Das Quartierbüro berät und hilft bei der Umsetzung. Im Anschluss an die Sanierung können die Betroffenen in ihre Räume zurückkehren.

Gute Infrastruktur

Durch Förderung blieben die Mieten bezahlbar. Seniorenfreundlich sei auch die Infrastruktur in Schönau mit Straßenbahn, Busverbindung, barrierefreien Haltestellen, guten Einkaufsmöglichkeiten, Bürgerdiensten, Ärzten und Apothekern. Durch eine gute Versorgung mit Pflege- und Heimeinrichtungen, Betreutes Wohnen, Seniorentreffs, Tagespflege, ambulante Seniorenpflege, Mittagstischangebote, Sportvereine und gemeinschaftliche Wohnformen könnten die Älteren im Heimatstadtteil bleiben.

Eine Gemeinschaft, die jeden leben lasse, wie er will, und trotzdem vor Vereinsamung schütze, sei das Wohnprojekt MaJunA, das Ingrid Kunz-Albrecht vorstellte. Das MajJunA-Haus im Karlsberger Weg wurde 2018 von der GBG fertiggestellt. Es gibt 18 barrierefreie Wohnungen und mehrere Gemeinschaftsräume. Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 43 und 46 Quadratmetern.

Es bestehen gute Kontakte zum Umfeld, etwa zum 2013 gebildeten Netzwerk Senioren, vorgestellt von Johanna Schmidt: Ziel des Netzwerks sei unter anderem, den Informationsfluss zwischen den Akteuren zu verbessern, die Einrichtung bedarfsgerechter Angebote zu fördern, das soziale Miteinander zu unterstützen und zu einer Image-Verbesserung des Stadtteils beizutragen. Durch gemeinsame Veranstaltungen mit Begegnungsmöglichkeiten unterschiedlicher Gruppen werde das Netzwerk ausgebaut.

„Was ich gehört habe, macht viel Mut“, sagte Angela Wendt. Die Stadtratskandidatin moderierte die anschließende Podiumsdiskussion mit Bürgern, Politikern und Experten, bei der festgestellt wurde, wie wichtig für Senioren neben einer guten Infrastruktur, altersgerechter Versorgung und seniorenfreundlichen Wohnungen der Kontakt mit anderen Menschen ist und dass man auf betagte Nachbarn achten solle.