Schönau

Schönau Bezirksbeirat informiert sich über Erneuerungsmaßnahme Schönau-Nordwest / Große Feier zum Tag der Städtebauförderung am 4. Mai

„Potenzial für attraktive neue Mitte“

Schon lange bevor das Städtebauprojekt Schönau-Mitte offiziell am 30. April endet, läuft die Sanierung im Nordwesten des Stadtteils bereits auf Hochtouren. „Wir haben den Nordwesten schon im April 2017, parallel zum Bereich Mitte, auf den Weg gebracht“, informierte Jörg Ackermann vom Fachbereich Stadtplanung die Bezirksbeiräte bei der jüngsten Sitzung im Emmaussaal.

Umgestaltung der Endschleife

„Die Mitte hat ihr Gesicht völlig verändert, das sieht man an jeder Ecke“, lobte Ackermann. Doch auch künftig stünden große Neuerungen an, um den Stadtteil schöner und attraktiver zu machen. „In die GBG-Wohnungen in Schönau-Nordwest wollen wir mit der GBG 125,3 Millionen Euro investieren, davon trägt die Stadt 43,8 Millionen“, so Ackermann. Er informierte über das neue Projektgebiet, das fünf Teile umfasst: Neben der Sanierung und Modernisierung des Bestandes der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft (GBG) mit 1743 Einheiten sind Mieterumsetzungen sowie die Unterhaltung von Drehscheibenwohnungen für den Übergang eine weitere Maßnahme. Zudem wird ein Konzept zur Umgestaltung der Situation an der Endschleife der Stadtbahn erarbeitet. Die quartierorientierte Gemeinwesenarbeit mit der GBG und dem Caritasverband ist für zehn Jahre angesetzt. Außerdem soll eine Sanierung oder Umgestaltung der städtischen Spielplätze Rastenburger Straße (2020), Rudolf-Maus-Straße (2021) und Bruno-Rüffer-Straße (2022) erfolgen.

Peter Brandenburger von der GBG berichtete, dass der Schönauer Wohnungsbestand im Nordwesten zwischen 1926 und 1991 errichtet worden sei. „Der Abriss einiger Gebäude ist schon durchgeführt oder geplant.“ Bis Sommer wolle die GBG ein Konzept vorlegen: „Wir haben 2017 begonnen und wollen 2027 fertig sein“, kündigte Brandenburger an. Ziel sei, den verschiedenen Gruppen im Stadtteil passende Angebote anzubieten. So soll eine Durchmischung des Quartiers erreicht werden. „Wir wollen die modernisierten Wohnungen zu sozialverträglichen Preisen anbieten“, so der GBG-Mitarbeiter. Der Quadratmeter koste 6,50 Euro, barrierefrei 7,50 Euro. So sollen Leerstände abgebaut werden: „Derzeit haben wir 550 Wohnungen nicht vermietet.“

Leonhard Weiche vom städtischen Fachbereich Stadtplanung brachte den Bezirksbeiräten genauere Informationen zum Bereich Endhaltestelle mit. „Nicht nur die Endschleife, sondern der ganze westlich angrenzende Block hat das Potenzial, eine attraktive neue Mitte zu werden.“ Zu diesem Thema habe die Stadt im Januar 2019 mit der Grundlagenarbeit begonnen: „Für die Endstelle können wir uns vorstellen, einen Planungswettbewerb zu machen“, so Weiche. Bis zum Sommer 2020 wolle die Stadt ein Rahmenkonzept für die Endstelle vorlegen. Im Winter 2020/21 könne der Wettbewerb starten: „An dem Konzept sollen auch Bürger und Interessierte beteiligt werden“, so der Stadtplaner. Gespräche mit dem Einzelhandel laufen, so Weiche: „Wir wollen auch künftig kleinteiligen Einzelhandel an der Endstelle anbieten.“ Die Verhandlungen der GBG hierzu, so Brandenburger, seien allerdings „sehr zäh“.

Caritas-Mitarbeiter Christian Endres vom Quartierbüro verdeutlichte, dass die nördliche Schönau neben der Hochstätt zu den stärksten sozialen Problemlagen Mannheims zähle: „Hier gibt es viele Alleinerziehende und Familien mit vielen Kindern, außerdem erhalten viele Senioren hier Transferleistungen.“

Bausubstanz besser als erwartet

Bezirksbeiratssprecherin Susanne Aschhoff (Grüne) erkundigte sich nach der Zahl der barrierefreien Wohnungen. „Angedacht sind 200 bis 250, und vielleicht kommen noch die Laubengang-Häuser dazu“, erklärte Brandenburger. Norbert Müller (CDU) fragte, warum es nun doch fünfstöckige Gebäude ohne Fahrstuhl geben soll. „In der Tilsiter Straße sollten die obersten zwei Stockwerke abgerissen werden, weil die Bausubstanz aber doch nicht so schlecht war, haben wir sie erhalten“, sagte Brandenburger. Berivan Ok, Sprecherin der SPD, interessierte sich für die Einfamilienhäuser. Brandenburger berichtete, dass es diese in der Königsberger Allee 102 sowie 104-110 geben werde.