Schönau

Schönau Die Caritas-Einrichtung soll die Bewohner während der Sanierungen im Nordwesten des Stadtteils begleiten – und ist deshalb direkt dorthin gezogen

Quartierbüro in neuen Räumen

Die Aufgaben des Caritas-Quartierbüros auf der Schönau sind vielfältig: Hilfe beim Umzug, wenn Bewohner während der Sanierungsarbeiten im Nordwesten des Stadtteils in eine andere Wohnung müssen. Beteiligung von Jung und Alt bei dem großen Sanierungsprojekt der städtischen Wohnungsgesellschaft GBG. Dazu Mietertreffen, Sozialberatung, Informationsveranstaltungen und das allgemeine Miteinander im Stadtteil fördernde Aktionen.

Das Quartierbüro ist nun umgezogen in die Rastenburger Straße 38, kürzlich wurden die neuen Räume feierlich eröffnet. Nach dem Gebiet „Mitte“ werden aktuell die GBG-Häuser im Nordwesten des Stadtteils saniert. Die dortigen Gebäude stammen aus den 50er Jahren und werden nach und nach in den nächsten zehn Jahren erneuert (wir berichteten). Das bedeutet: Rund 3000 Menschen aus 1700 Haushalten erhalten entweder andere Wohnungen oder müssen kurzzeitig in einer „Drehscheibenwohnung“ leben, bevor sie in ihre alte, aber dann erneuerte Wohnung zurückkehren.

Gespräch mit Mietern

„Über ein Finanzierungsprogramm unter Beteiligung von Bund, Land und Stadt hat die Caritas den Auftrag erhalten, dies sozialpädagogisch zu begleiten“, erklärt Caritas-Abteilungsleiterin Sigrid Kemptner. Ein wichtiger Bereich ist das Umzugsmanagement, bei dem zusammen mit der GBG für jeden Mieter eine Lösung gefunden werden soll. Zwar wird der Umzug bezahlt, und die neue Wohnung ist – was beispielsweise Wärmedämmung angeht – besser. Doch bestimmte Mieter möchten trotzdem so wohnen wie bisher: „Manche haben Wände vertäfelt oder Fliesen angebracht, mit ihnen führen wir dann Gespräche“, erklärt Quartierbüro-Mitarbeiter Christian Endres. Andere hoffen auf größere Wohnungen, vor allem Familien mit vielen Kindern. Und es gibt ältere Menschen, für die entweder eine barrierefreie Unterkunft oder ein Seniorenheim sinnvoll ist.

Kemptner betont, dass die Arbeit am Gemeinwesen nachhaltig sein soll, also nach einem Anschub von der Caritas durch das Engagement der Bürger weiterlaufen soll: „Unser Ziel ist es, in 15 Jahren entbehrlich zu sein.“ Wichtig sind deshalb Multiplikatoren und Helfer unter den Einwohnern. Dies sind beispielsweise Alexandra Steinemann (Ehrenamtliche im Lerngarten/Grundschulprojekt) und Johanna Schmidt (Seniorin, Vorlesepatin/Förderverein Bücherei Schönau und engagiertes Mitglied im Netzwerk Senioren Schönau).

Das Quartierbüro bietet Senioren- und Mietertreffen, eine Kochgruppe, Infoveranstaltungen beispielsweise zu „Demenz im Alter“ und zu den anstehenden Sanierungen, ein Gartenprojekt mit der Grundschule sowie Bürgerbeteiligungen für Jung und Alt: Zum Beispiel können Mieter darüber abstimmen, welches Farbkonzept die Fassade „ihres“ Gebäudes haben soll, und Kinder werden bei der Umgestaltung der Spielplätze beteiligt.

Letzteres war bereits im Sanierungsgebiet „Mitte“ der Fall: Jungen und Mädchen hatten dort Vorschläge gemacht, ein Planer der Stadt stellte einen Entwurf vor, und der wurde den Kindern vorgelegt. Ideen wie „Swimmingpool“ oder „Wasserspielbereich“ sind dabei allerdings aus Kosten- beziehungsweise hygienischen Gründen verworfen worden. „Die Kinder akzeptieren das schnell“, erklärt Caritas-Mitarbeiter Christian Endres, und Sigrid Kemptner ergänzt: „Sie sollen dadurch auch demokratische Spielregeln lernen.“

Hilfe für Zuwanderer

Bei den erwachsenen Bewohnern ist es den Experten zufolge so, dass diese sich bei Angeboten oft nicht angesprochen fühlen. Deshalb werden Gespräche geführt und Flugblätter verteilt. Die wird es auch vor der im Herbst für alle Bewohner geplanten Bürgerversammlung geben.

Sechs Mitarbeiter der Caritas sind im Quartierbüro und in der Beratungsstelle „Kind & Kegel“ (Heilsberger Straße 11) tätig. Viele Mieter auf der Schönau kommen aus Osteuropa oder sind Flüchtlinge, darunter können einige weder lesen noch schreiben. Neu im Quartierbüro ist deshalb ein Integrationsmanager für Flüchtlinge sowie eine Beratung speziell für Südosteuropäer.