Schönau

Schönau Burning Wire, Broken Vein und Colored Surge schütteln das Jugendhaus durch

Regentage klangvoll umgesetzt

Archivartikel

„Vor vielen Jahren habe ich einen Obdachlosen an einer Bushaltestelle kennengelernt, der mir erzählte, dass sein Sohn ihn verstoßen habe wegen seiner Obdachlosigkeit“, erklärte Sänger und Gitarrist Steffen Schaller von der Hard-Rock-Formation Burning Wire. Dieses Erlebnis führte zur Entstehung des Songs „Rainy Day“. Dieses und weitere Stücke präsentierten Burning Wire im Jugendhaus Schönau. Als weitere Gruppen traten Broken Vein und Colored Surge auf.

Krankheitsbedingt musste die zuvor angekündigte Rockgruppe Black Stains aus Hamburg absagen, wofür spontan Burning Wire einsprangen. Seit einem halben Jahr besitzt das Jugendhaus neue Verstärker auf dem modernsten Stand der Technik. Burning Wire brachte damit die Hosenbeine der Besucher ordentlich zum Flattern.

Zu dem vierköpfigen Gespann gehört Bassistin Katja Ziegler, die seit ihrem 16. Lebensjahr E-Bass spielt. „Ich habe früher in der Schul-Bigband am Goethe-Gymnasium in Bensheim gespielt und komme ursprünglich aus dem Jazz“, schilderte Ziegler am Rande der Veranstaltung. „Mein Herz schlägt aber für Hard Rock, meine Lieblingsbassisten sind Duff McKagan von Guns N’ Roses und Nikki Sixx von Mötley Crüe“, sagte die 40-Jährige, die als Informatikerin bei Roche arbeitet.

Wut und Angst

Für eine massive Klangeruption in der Turnhalle des Jugendhauses sorgten anschließend Broken Vein aus Weinheim. Bezogen auf ihren alles platt pflügenden Bandsound bewegen sich die fünf Rocker im Spannungsfeld zwischen Nu Metal und Metalcore, durchdrungen von dunkeltonigen Melodien. Aus den Songs von Broken Vein treten Gefühle wie Wut und Angst hervor.

Während des Auftritts begannen die Finger von Gitarrist Michael Sommerfeld zu bluten, momentan absolviert der 19-Jährige einen Bundesfreiwilligendienst im Naturschutz. Durch das vehemente Spiel auf den Saiten riss eine nicht ganz verheilte Arbeitswunde auf. Dem Rezensenten kommt dazu die berühmte Bryan-Adams-Zeile „Played it til my fingers bled“ aus dem Song „Summer of 69“ in den Sinn.

Später sprang Sänger Manuel Gottfried von der Bühne herunter, um mit den Besuchern in Kontakt zu treten. „Wir proben im Odenwald. 2020 wollen wir unser im letzten Sommer erschienenes Album weiter vermarkten und viel live spielen“, erläuterte Manuel Gottfried nach dem Konzert.

Nicht ganz so brachial wie die vorangegangene Band klangen dagegen Colored Surge, die sich dem harmonischen Alternative-Rock verschrieben haben. Dabei folgte die Gruppe dem rhythmischen Puls von Schlagzeuger Julius Cholewa, der wie das rothaarige Tier „Animal“ aus der Muppet Show auf seine Felle und Becken eindrosch.