Schönau

Schönau Rundgang im Sanierungsgebiet Nordwest / Start der Bauarbeiten in Memeler Straße für April oder Mai angekündigt

„Schönau bleibt grüner Stadtteil“

Archivartikel

Im späten Frühjahr will die Stadt Mannheim die Memeler Straße auf der Schönau sanieren. Das erfuhren die Teilnehmer des Stadtteilrundgangs. Zu dem Spaziergang hatte das Quartierbüro des Caritasverbandes gemeinsam mit der Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft GBG, der Stadt und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (PH) eingeladen.

„Voraussichtlich ab April oder Mai werden im Rahmen der Straßenunterhaltung Arbeiten an den Randeinfassungen durchgeführt“, erklärt ein Pressesprecher der Stadt auf „MM“-Anfrage zur Memeler Straße. Die Bordsteine würden neu verlegt und an das Höhenniveau für die Entwässerung angepasst. Dafür sind vier bis sechs Wochen vorgesehen. Anschließend werde ab Oktober der Kanal in der Memeler Straße zwischen Kattowitzer Zeile und Sonderburger Straße saniert. „Aufbruch, Erdbauarbeiten und Sanierung des Kanals werden dann durch die Stadtentwässerung durchgeführt“, so die Pressestelle. Anwohner sollen mit Wurfzetteln über die Maßnahme informiert werden.

Zu Fuß erkundeten die Teilnehmer die Bereiche, die in den kommenden zehn bis 15 Jahren im Rahmen der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme Schönau-Nordwest umgestaltet werden. Für die Erneuerung von 1743 Wohnungen der GBG, der Umgestaltung der Stadtbahn-Endhaltestelle sowie der Sanierung/Umgestaltung von drei Spielplätzen sind rund 135 Millionen Euro eingeplant. Besonders spannend werde dabei, so Christian Endres vom Quartierbüro Schönau, die Umgestaltung der Endstelle werden. „Die Stadt ist fleißig dabei, zu planen. Im September werden die ersten Ideen der Architektenbüros vorgestellt“, kündigte Endres an.

Neue Mitte

Der Bereich zwischen der Endstelle und der Ortelsburger Straße solle zu einer neuen Mitte umgestaltet werden. In diesem Bereich könnten im Erdgeschoss der neuen Bauwerke Geschäfte beheimatet werden, im oberen Bereich Wohnungen. „Die erste Häuserreihe der Lilienthalstraße kommt auf jeden Fall weg, die Bausubstanz ist so, dass es keinen Sinn macht, sie stehenzulassen“, erklärte Peter Brandenburger von der GBG. Von der Endstelle bis auf Höhe der Sensburger Straße sollen die Häuser abgerissen werden. Bezirksbeirat Bernhard Höllriegl schlug für die Nahversorgung im Bereich der Endstelle eine Bankfiliale vor: „Gerade für ältere Leute fehlt das.“ Auch Ärzte seien auf der Schönau weniger stark vertreten, beklagten einige Bürger. Thematisiert wurden auch zu hohe Bürgersteige oder die „Rennstrecke“ Rastenburger Straße.

Begleitet wurde der Rundgang von Mitarbeitern der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, die sich Beschwerden und Vorschläge der Bürger notierten und Handzettel zum Ausfüllen verteilt hatten. Grund der Erhebung ist, dass die Schönau eine von zwei Modellkommunen des Forschungsprojektes EUBeKo der PH und der Universität Würzburg ist (wir berichteten). Das Bundesgesundheitsministerium fördert diese Arbeit, die mit dem Schönauer Weg eine gesunde und bewegte Kommune schaffen soll. Durchgängige Wegeverbindung innerhalb des Quartiers sind vorgesehen.

Der Stadtteil biete sich wegen der derzeitigen Sanierungsmaßnahme Nordwest besonders für das Projekt an. Im Mittelpunkt von EUBeKo stehe die bewegungsfreundliche Gestaltung des Schönauer Weges, aber auch die Unterstützung bei Maßnahmen zur Bewegungsförderung. Das Programm, das im September gestartet wurde, läuft bis Mai 2022. „Unser Team besteht aus drei Hauptamtlichen und einer studentischen Hilfskraft“, erklärte Lisa Paulsen, die mit ihren Kollegen die Erhebungen unterstützt.

Ärger um Pfosten

Pfarrer Johannes Höflinger von der evangelischen Schönaugemeinde sprach die Parkplatzproblematik im Bereich des Schönauer Bunkers an. Heinz Nuber wies auf die zufahrtsbeschränkenden Stangen hin, die vom Danziger Baumgang zum Siedlerheim führen „Die Stadt wollte diese eigentlich absägen, aber es ist noch nichts passiert.“ Auch von der Memeler Straße gebe es diese Pfosten zum Siedlerheim: „Ein Rollstuhl-Fahrer kommt da nicht durch“, so Nuber. Lob von den Schönauern gab es dagegen für die Stadtbahn-Anbindung, wer allerdings etwas abseits wohne, müsse doch einen längeren Fußweg zu den Haltestellen auf sich nehmen. Nuber berichtete von der Lärmbelästigung, die ein Großteil der Stadtbahnen verursachten.

Abschuss des Rundgangs war im Büro der GBG in der Heilsberger Straße. Bei Tee und Gebäck konnten sich die Teilnehmer an Plänen über das Sanierungsgebiet informieren. Christian Endres freut sich auf die Umgestaltung: „Die Schönau wird ein grüner Stadtteil bleiben.“