Schönau

Blumenau Eugen-Neter-Schule feiert Wiedereröffnung des Bades / Stadt investiert 1,56 Millionen Euro / Lüftungsanlage und Technik erneuert

Schwimmen gibt mehr Selbstvertrauen

Archivartikel

„Ich bin unendlich froh, dass unser Schwimmbad in Zeiten, in denen viele Bäder geschlossen werden, erhalten bleibt.“ Silvia Challal, Sonderschulrektorin der Eugen-Neter-Schule auf der Blumenau, feierte die Wiedereröffnung der Schwimmhalle auf dem Schulgelände am Alten Frankfurter Weg mit zahlreichen Gästen. Der Bau, in dem das 12,5-Meter-Becken untergebracht ist, war in neun Monaten für 1,56 Millionen Euro saniert worden.

Wertvolle Einrichtungen

„Auch uns freut es sehr, als Stadt ist uns Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit wichtig“, sagte Bildungsbürgermeister Dirk Grunert mit Blick auf das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum. Es sei wirklich etwas Besonderes, ein eigenes Schwimmbad zu haben. „Es sind wertvolle Einrichtungen, die viel Geld kosten, aber fit halten.“ Challal hat ausgerechnet, dass jeder Schüler in seiner gesamten Schulzeit 480 Mal das Bad besuche. Das bedeute neben viel Spaß auch eine „riesen Verantwortung“, so Challal. Der enorme personelle Aufwand sei jedoch gerechtfertigt.

Peter Doberass von der BBS Bau- und Betriebsservice GmbH klärte über die Sanierung auf: Die Lüftungsanlage, Schwimmbad- und Regeltechnik, Beleuchtung und Fenstersysteme wurden erneuert, zudem eine neue Unterdeckenkonstruktion montiert. Das Dach musste abgedichtet, der gesamte Dachaufbau gerichtet und Teile der Trägerkonstruktion instandgesetzt werden. „Mit der neuen Haustechnik können wir Mängel erkennen, bevor sie wahrnehmbar sind“, so Doberass.

In das Bad aus den 1980er Jahren wurden zwei Dampfsperren eingebaut, die Lüftungsanlage werde deshalb nun den Anforderungen gerecht. „Durch die Dacherneuerung haben wir jetzt eine akustikwirksame Decke bis zur Wand hinunter. Früher gab es keine Fläche, die den Schall geschluckt hat“, berichtete Doberass. Im Zuge der Dachsanierung sei auch eine neue Beleuchtung installiert worden. Die große Fensteranlage wurde ebenfalls erneuert.

Zudem habe es Anpassungen beim Brandschutz gegeben. Das Architektenteam habe sich dafür eingesetzt, dass die Verkleidungsbleche erneuert werden, da sie optisch nicht ins sanierte Bad passten: „So hatten wir Glück, denn dadurch haben wir festgestellt, dass von den früheren Stützen für das Dach fast nichts mehr übrig war“, so Doberass. Die Stützen seien abgeschnitten und durch Betonsockel ersetzt worden: „Das Gebäude ist jetzt sicher und technisch auf dem neuesten Stand“, so Doberass. Weil auch Umkleiden und Duschen in die Jahre gekommen sind, werde die Sanierung weitergehen: „Wir können noch nicht genau sagen wann, aber in absehbarer Zeit“, so Doberass.

Sabine Hamann vom Staatlichen Schulamt bewertete die Erneuerung als „wichtiges und starkes Statement der Stadt“. Gerade Kindern mit geistiger Behinderung komme das Schwimmen sehr zugute: „Der Fortschritt macht sich im Wasser schnell bemerkbar und hilft bei psychischen und physischen Störungen.“ Schwimmen fördere das Selbstvertrauen, so Hamann: „Die Trockenzeit ist vorbei!“

Fritz Sütterlin, stellvertretender Elternbeiratsvorsitzender, lobte die Schnelligkeit, mit der saniert wurde: „Der Job ist gelungen, wir sind vom Fußweg andere Zeiten gewohnt“, sagte er mit Blick auf den Trampelpfad, für den nach den jüngsten Haushaltsberatungen und jahrzehntelangem Kampf nun Geld bereitgestellt werde. Auch Schülersprecherin Jessica freute sich, dass die Kinder wieder vor Ort schwimmen können: „Schwimmen mag jeder, das ist echt gut.“ Martina Irmscher von der Siedler- und Eigenheimergemeinschaft Blumenau wünschte den Kindern ebenfalls viel Spaß: „Unsere Schwimmgruppe ist hier seit 40 Jahren untergebracht.“

Begeisterte Kinder

Für die Gäste der Stadt, aus Politik und Lehrerschaft sowie die Architekten und Bürger hatten die Kinder ein tolles Rahmenprogramm vorbereitet. Lehrer Tobias Bergener begleitete die Mädchen und Jungen beim Mannheim-Song mit der Gitarre, den die Schüler begeistert vortrugen. Lehrerin Carola Wenger-Oberle und ihre Kolleginnen und Kollegen schickten die Kinder nicht nur baden, sondern hatten auch am Beckenrand ein Programm parat, das sommerliche Laune verbreitete. Zwei junge Männer der Berufsschulstufe schwammen gleich zwei Bahnen am Stück. Bevor die jüngeren Kinder im warmen Wasser planschten, wurde der Hubboden von 1,80 Meter Tiefe auf 30 Zentimeter nach oben verschoben, um ausreichend Sicherheit zu gewährleisten.