Schönau

Schönau Pianistin Anna Khomichko spielt zum Auftakt des Beethoven-Jahrs ausgewählte Stücke

Töne schweben durch den Saal

Ende des Jahres würde der weltberühmte Komponist Ludwig van Beethoven 250 Jahre alt. „In ganz Deutschland finden deswegen über 800 Konzerte in der Reihe ‚Beethoven bei uns’ statt, das ist unglaublich viel“, staunte Pianistin Anna Khomichko. Sie selbst leistete ebenfalls ihren Beitrag zu dem umfangreichen Veranstaltungsprogramm – im Foyer des Awo-Pflegeheims Otto-Bauder-Haus auf die Schönau gab die russische Musikerin unter dem Titel „Beethoven und seine Zeitgenossen“ ein bezauberndes Konzert mit ausgewählten Stücken von Beethoven, Mozart und Schubert.

„Wir haben das erste Mal ein Konzert bei uns“, erklärte Jutta Schillinger, die Interimsleiterin des Pflegeheims der Arbeiterwohlfahrt. „Ich war vorher Leiterin des Fritz-Esser-Hauses auf der Vogelstang, dann war ich in Rente, und nun leite ich als Übergang bis Mai 2020 das Otto-Bauder-Haus“, erklärte sie.

Die 28-jährige Pianistin eröffnete das Konzert technisch vollendet mit der Sonate K333 B-Dur von Mozart. „Ich habe gar nicht so viel Publikum erwartet, das ist wunderschön“, freute sich die Interpretin, die gebürtig aus Weißrussland stammt und in der Hafenstadt Murmansk aufwuchs. Anschließend folgte die Sonate Opus 10 N. 2 F-Dur von Beethoven, die sich aus drei Sätzen zusammensetzt – im Tempo mal schnell, mal langsamer. Wie in die Luft getupft flogen die Töne durch den Saal.

Manche Musikkritiker bezeichnen Beethoven, der im Dezember 1770 in Bonn zur Welt kam, als „Shakespeare der Klassik“ – wegen der hervorstechenden Dramatik innerhalb seiner Stücke. Vor ein paar Wochen widmete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ dem weltweit gefeierten Komponisten eine neunseitige Geschichte unter dem Titel „Ludwig der Größte“. Von 12. März bis 20. April wird zudem ein Beethoven-Musikfrachter über die Flüsse schippern, von Bonn nach Wien mit 14 Anlege-Stationen, darunter Mannheim und Heidelberg.

Informatives zur Biographie

„Beethoven war ein schwieriger Mensch, das war sein Charakter, er wollte alles anders machen als die Musiker vor ihm“, sagte Anna Khomichko. Zwischen ihren Programmpunkten ging sie immer wieder auf die Biografie des berühmten Jubilars ein. Darüber hinaus vermittelte Khomichko, die seit drei Jahren in Mannheim lebt, ihren aufmerksamen Zuhörern, wie die drei Zeitgenossen Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert sich zu Lebzeiten gegenseitig beeinflusst haben.

Zur Veranschaulichung interpretierte Khomichko die berühmte Mondscheinsonate des Meisters, die offiziell als Opus 27 N. 2 cis-Moll bekannt ist. Außerdem spielte die russische Interpretin den ersten Satz der Sonate Opus 110 von Beethoven und zwei Sätze aus der Sonate D568 Es-Dur von Franz Schubert. „Hauskonzerte waren für Beethoven sehr wichtig. Vielleicht inspiriert das jemanden von Ihnen, selbst daheim ein Hauskonzert zu veranstalten“, regte Khomichko an.