Schönau

Schönau Neujahrsempfang der Kultur- und Interessengemeinschaft / Stadtrat Thorsten Riehle betont Bedeutung der Demokratie

Vom Wert der Menschenwürde

Nachdenkliche Reden, Ehrungen, Musik und Tänze: Beim Neujahrsempfang bot die Kultur- und Interessengemeinschaft (KIG) Schönau ein abwechslungsreiches Programm. Noch bevor das Duo Einfach wir musikalisch die Veranstaltung eröffnete, zeigten sich bei einer Powerpoint-Präsentation die Tücken der Technik. Humorvoll überspielte KIG-Vorsitzender Willi Hamberger das Problem, das sich später dank Simon Schwertfeger beheben ließ.

Die Ansprache zum Neujahrsempfang im Saal des Kultur-Centrums hielt SPD-Stadtrat Thorsten Riehle. Er erinnerte an die erste gemeinsame Silvesterfeier von Deutschen aus Ost und West im Jahr 1989, bei der er am Brandenburger Tor unter den Gästen war. Die Wiedervereinigung habe den Menschen der ehemaligen DDR Demokratie gebracht. Auch heute gelte es, gemeinsame Wege zu suchen und Kompromisse zu finden. Riehle sprach sich für eine faire und fundierte politische Auseinandersetzung aus: „Ich glaube nicht, dass uns die Reduzierung auf einfache Fakten in allen Lebenslagen weiterhilft.“ Riehle kam auf die Grundlagen der Demokratie und auf die im Grundgesetz verankerte Würde des Menschen zu sprechen. Gemeint seien damit alle Menschen und nicht nur die in Deutschland geborenen: „Manche Prinzipien sind universell gültig.“

Kritik an TV-Klischees

In seiner Rede ging Thorsten Riehle auch auf den Bericht eines privaten Fernsehsenders vor einigen Wochen ein. Darin sei die Schönau einem Gangster- und Drogenviertel gleichgesetzt worden. Verärgert darüber erklärte er, dass die Schönau ein liebenswerter Stadtteil sei – mit Menschen, die ihr Herz am richtigen Platz hätten. Seiner Rede folgten die Gäste im Saal sehr aufmerksam und würdigten diese am Schluss mit großem Applaus.

Pfarrer Johannes Höflinger bemerkte, Europa habe sich verändert. Die Länder verfolgten vermehrt ihre eigenen Interessen und versuchten, sie durchzusetzen. Kritik übte er auch an der Aufarbeitung des Dieselskandals: „Zum Betrug der Autokonzerne gibt es leider keine Sonderparteitage.“

Die Vielfältigkeit der Menschen erklärte Uli Thomé anhand von Kartoffelsorten. Der Projektleiter der Ideenwerkstatt „ZusammenWachsen“ der Gemeinde Guter Hirte forderte zur Teilnahme am Pflanzen von Kartoffeln auf, über das es in der Seelsorgeeinheit Nord mehr zu erfahren gebe. Mit weiteren musikalischen Einlagen unterhielt Katja Bürklin die Festgäste. Showtanz boten Céline Meyer und ihr Bruder Lukas. Sie erschreckten mit der Darstellung von „Dracula“ manche Gäste in der ersten Reihe. Tanzmariechen Isabell Streich, das danach leichtfüßig ihren Tanz vorführte, erfreute das Publikum im Saal.

„Bitte erheben Sie sich von ihren Plätzen“: Fasnachter wissen bei diesem Satz, was gleich passiert. Am Arm von Präsident Andreas Ellwanger und in Begleitung der Elferräte zog Alexandra I., Jubiläumsprinzessin der KG Grün-Weiß Schönau, ein.

Beim Neujahrsempfang zeichnete Willi Hamberger auch mehrere Personen aus. Für ihre besonderen Verdienste um den Stadtteil erhielt Stadträtin Andrea Safferling eine Medaille. Zu den weiteren Ausgezeichneten gehört Werner Weber, Vorsitzender der KG Grün-Weiß Schönau, die in dieser Kampagne 60 Jahre feiert. Vom Karate Do Schönau erhielt stellvertretend Heike Täuber für das 50-jährige Jubiläum die Auszeichnung. Für 70 Jahre beim Gesangverein Schönau würdigte die KIG Inge Knoop.

Ein besonderes Dankeschön erging an die Ersten Polizeihauptkommissare Michael Schloer und Michael Heitlinger. Da der ehemalige Revierleiter Schloer nicht anwesend sein konnte, dankte der jetzige Revierleiter Michael Heitlinger auch in seinem Namen.

Geehrt wurde ebenfalls Geburtstagskind Nicole Budig. Sie sorgte zusammen mit anderen Helferinnen dafür, dass die Gäste am Ende der Veranstaltung mit belegten Broten und perlendem Sekt verwöhnt wurden. Genießen konnten sie das nach der von der KIG harmonisch ausgerichteten Versammlung, bei der Haustechniker James Scholl für den richtigen Sound sorgte.