Schriesheim

Schriesheim Zeitplan für Sanierung im Kurpfalz-Bildungszentrum wackelt / Grund: Container für Ausweichquartier nicht geliefert

21-Millionen-Projekt gerät ins Stocken

Archivartikel

Just zum Ende des Jahres gerät das größte kommunale Investitionsprojekt im Verbreitungsgebiet ins Stocken: Anders als geplant, kann das Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim die Weihnachtsferien nicht nutzen, um das Ausweichquartier für die Zeit seiner Sanierung zu beziehen. Die dafür notwendigen 139 Container werden nicht geliefert.

Paukenschlag der Architekten

Dabei beginnt das Projekt für seine Verhältnisse positiv. Ins Jahr 2019 geht die Stadt mit dem Grundsatzbeschluss über einen Kostenrahmen von 20,9 Millionen Euro. Wobei 6,7 Millionen Euro als Zuschuss vom Bund kommen sollen, ein etwa gleich großer Betrag aus dem Verkauf von Grundstücken in einem Neubaugebiet Süd, das die Verwaltung zu diesem Zweck „bis Ende des Jahres“ auf den Weg bringen will.

Am 16. September jedoch der Paukenschlag: Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Technischen Ausschusses legen die Architekten ihre detaillierte Kostenberechnung vor. Die notwendigsten Arbeiten beziffern sie auf 23,2 Millionen Euro – elf Prozent mehr als der beschlossene Kostenrahmen. Noch nicht enthalten ist die Sanierung der Bibliothek mit mehr als 400 000 Euro sowie der Musikschule für 325 000 Euro. Mit diesen wäre man schon bei weit mehr als 24 Millionen Euro.

Daneben gibt es „Kostenpakete“ – also Maßnahmen, die ebenfalls wünschenswert und aus Sicht mancher sogar notwendig wären. Dazu gehört die Erweiterung der Aula (530 000 Euro). Die Gesamtsumme mit all diesen Kostenpaketen liegt bei rund 26,5 Millionen Euro, also 27 Prozent über dem Kostenrahmen.

Der Gemeinderat ist denn auch geschockt. Am 25. September fasst er einen Grundsatzbeschluss: Die Kosten werden auf 21,5 Millionen Euro gedeckelt. Einschließlich der Sanierung von Musikschule und Stadtbibliothek, aber ohne Erweiterungsbau für die Aula. Die Mehrheit ist erneut eindeutig: Alle stimmen zu, mit Ausnahme der Grünen Liste.

Sorge um Bundeszuschuss

Am gleichen Abend erfolgt die Auftragsvergabe an die Firma ERWE zur Lieferung der 139 Container, aufzustellen ab dem 27. November. Daraus wird nichts. Die Firma liefert nicht, es kommt zum Streit mit der Stadt. Der Zeitplan gerät ins Wanken. Problem: Die Arbeiten müssen bis Ende 2022 abgeschlossen sein; andernfalls verfällt der Bundeszuschuss in Höhe von 6,7 Millionen.