Schriesheim

Schriesheim Freie Wähler inspizieren Grünanlagen / Thema soll im Kommunalwahlkampf eine Rolle spielen

Ärger über „Schandflecke“

Archivartikel

Der Slogan der Stadt Schriesheim „Lebenswert, liebenswert“, passt weniger, wenn man sich einige der Grünanlagen betrachtet. Dass etliche von ihnen, die ja ein Aushängeschild für Touristen und für die eigenen Bürger eine Augenweide sein sollen, nicht gerade zur Freude gereichen, das erschreckte auch die Freien Wähler bei ihrem Rundgang. „Ich bin von vielen Schriesheimern direkt auf einige dieser Schandflecken angesprochen worden“, äußerte sich der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Heinz Kimmel.

Er habe immer wieder gehört, dass einige der öffentlichen Anlagen nicht optimal gepflegt sind. Das Thema „verwilderte, ungepflegte und vergessene Grünanlagen“ wurde bereits in der Gemeinderatssitzung im Juni angerissen, wo auch die Frage nach den Verantwortlichen gestellt wurde. „Grünanlagen und die Sauberkeit in unserer Stadt, das wollen wir als einen Schwerpunkt bei der Kommunalwahl aufnehmen“, verriet Bernd Hegmann.

Drei Grünanlagen hatten sich die Freien Wähler, darunter Heinz Kimmel, Jutta Becker, Hans Beckenbach, Bernd Hegmann und Matthias Meffert, bei ihrem Besichtigungstermin ausgesucht, die unterschiedlicher in der Hege und Pflege nicht sein können.

Sofort sticht dem Passanten die liebevoll gepflegte Grünanlage an der Ecke zur Feuerwehr ins Auge. Bestückt ist das Beet mit einer bunten Mischung aus Pflanzen, umgeben von einem satten Grün, das auch während der heißen und trockenen Sommerphase gut mit Wasser versorgt wurde. „Das ist eine Grünanlage, die von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs versorgt wird“, äußerte sich Jutta Becker.

Ebenso beispielhaft gepflegt und gehegt ist die Anlage Ecke Talstraße B3, dort wo inmitten einer Blumenpracht das Kreuz steht. Auch dieser Anlage sieht man an, mit wie viel Liebe hier gepflanzt und gepflegt wurde. Es ist eine wahre Blütenpracht, die unter den Händen der Bauhofmitarbeiter entstanden ist.

Doch es gibt in der Stadt auch andere Stellen, wo man fast fassungslos den Kopf schüttelt. Eine davon liegt an der B3, Ecke zum Ruhweg. Diese gehört zu den Parzellen, die die Stadt einer externen Firma übertragen hatte. Kimmel berichtete, dass im Frühjahr das Areal eingefasst wurde und man der Firma den Auftrag gab, den inneren Bereich mit einer Art Blumenwiese zu bepflanzen, die von Rasen umgeben wird. Die Blumenwiese wurde zwar ausgesät, dann aber dem Schicksal überlassen. Das Unkraut wuchs so hoch, dass die Pflanzen erstickt wurden.

Die Grünfläche an der anderen Straßenseite beim Edeka- Markt gehört ebenfalls zum Aufgabenbereich der externen Gartenpflegefirma, und dort sieht es nicht besser aus. Neben Unkraut beherrschen Sonnenblumen das Areal. „Es ist ärgerlich, dass die Stadt nach der Vergabe an eine externe Firma die Arbeiten nicht mehr kontrolliert hat“, empörte sich Jutta Becker.

Das Fazit dieser Begehung war ganz eindeutig: Die Anlagen, die in den Händen der Bauhofmitarbeiter liegen, sind super gepflegt, die aber, die fremdvergeben wurden, sind ein Schandfleck.