Schriesheim

Schriesheim Traditionelle Maikundgebung der SPD bei den Naturfreunden auf der Mannswiese

Aktuelle Antworten geben statt „alte Zöpfe zu flechten“

Archivartikel

Trotz eher mäßigen Wetters kamen auch in diesem Jahr Zahlreiche Wanderer und Familien zur SPD-Maikundgebung auf die Mannswiese. Während die Kinder auf dem weitläufigen Gelände spielten, saßen die Erwachsenen in gemütlicher Runde und ließen sich von den Gastgebern, den Naturfreunden, mit Getränken und Speisen verwöhnen.

Premiere des Ortsvereins-Chefs

Begrüßt wurden sie vom neuen SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Axel Breitlinger. Dabei widmete dieser sich den Tarifrunden in der Metallindustrie und im öffentlichen Dienst: „Diese beweisen wieder einmal, dass die Bäcker des Kuchens nach wie vor um ihren Anteil am Produkt streiten müssen und dass Geschenke nicht gemacht werden“.

Breitlinger sprach auch das Missmanagement bei Opel an, für das jetzt 9 000 Mitarbeiter die Zeche zahlen müssten: „Wenn wir uns heute zur Maifeier treffen, wollen wir nicht an einem alten Zopf flechten, sondern uns denen entgegenstellen, die auf ihr eigenes Wohl bedacht sind und erneut Millionen in den Abgrund schicken wollen“, schloss er.

Lothar Binding hält die Festrede

Bundestagsabgeordneter Lothar Binding machte in diesem Jahr die Flexibilität zu seinem Thema. denn dies habe sehr viel mit dem Arbeitsleben und dem Leben in der Familie zu tun. Dabei stellte er die Frage: „Wer passt sich da an wen an?“ Etwa, wenn jemand einer Arbeit nachgehen und gleichzeitig einen Familienangehörigen pflegen müsse: „Da stoßen die Anforderungen schon gewaltig an die Grenzen.“

„Wir wollen keinen flexibilisierten Menschen, der sich den Produktionsmitteln anpasst, sondern die Arbeitgeber müssen bereit sein, bei einer Weiterbildung und bei Pflege Teilzeit anzubieten“, erklärte Bindung zur ständigen Forderung der Arbeitgeber nach mehr Flexibilität.

Elf Millionen Arbeitnehmer arbeiteten in Teilzeit, berichtete Bindung, und darunter hätten den größten Anteil die Frauen. Er forderte eine Brücke über die Teilzeit zurück zur Vollzeit: „Die Idee ist ein Rechtsanspruch für eine Vollzeitbeschäftigung“. Dann hätte man die Möglichkeit, bis zu fünf Jahre in Teilzeit zu gehen und im Anschluss einen Rechtsanspruch auf Vollzeitbeschäftigung zu haben. Dabei denke er an Betriebe mit mehr als 45 Beschäftigten, später könne man auch kleinere Betriebe mit einbeziehen.

Binding sprach auch die immer schneller fortschreitende Digitalisierung an sowie die Schwierigkeiten, mit ihr Schritt zu halten. „Bei diesen Anforderungen kann man sich als Arbeitnehmer mit einer Ausbildung von vor mehr als zehn Jahren kaum mehr zurecht finden“. Arbeitswelt und Arbeitsbedingungen hätten sich in der immer weiter digitalisierten Welt verändert. Gegenstände kommunizierten selbstständig über das Internet und erledigten für die Menschen unterschiedlichste Aufgaben.

Binding kritisierte außerdem die geringe Höhe des Arbeitslosengeldes II: „Mit 400 Euro verhungert man nicht“, betonte der Abgeordnete: „Aber man ist vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt.“