Schriesheim

Schriesheim Organisatoren präsentieren Programm des zweitgrößten Festes nach dem Mathaisemarkt / Ab 7. September Live-Musik und kulinarische Genüsse

Altstadt-Gassen werden zum Festplatz

Archivartikel

Es ist die nach dem Mathaisemarkt größte Veranstaltung Schriesheims, und entsprechend umfangreich fallen die Vorbereitungen aus. Doch die sind nunmehr abgeschlossen: Am Samstag, 7. September, geht es los mit dem Kerwe-Straßenfest. Am Mittwoch präsentierten Stadt und Verkehrsverein das von ihnen gemeinsam erarbeitete Programm.

Stände von Vereinen machen zwei Tage lang die Gassen und Höfe in der Schriesheimer Altstadt zu einem einzigen großen Festplatz. Viele bekannte Anbieter sind dabei, so etwa der beliebte Suppenhof, diesmal jedoch unter der Regie des KSV-Fördervereins. Allerdings fehlt dieses Jahr erstmals ein langjähriger Anbieter: die Straußwirtschaft des Männergesangvereins Lyra. Ihm mangelt es an Helfern, um die Mammutveranstaltung zu stemmen.

Eine allgemeine Entwicklung. Vielen Vereinen fehlt es an Personal. „Die immer schärferen Vorschriften tun ihr Übriges“, fügt Bürgermeister Höfer hinzu. „So wird das Straßenfest seinem Namen immer mehr gerecht.“ Bedeutet: Zelte auf der Gass‘ ersetzen die Besenwirtschaften in den Höfen. Das verändert den Charakter des Festes; weniger attraktiv scheint es dadurch aber nicht, erst recht nicht für jüngere Besucher.

Anziehungspunkt Flohmarkt

Einer der wichtigsten Programmpunkte vollzieht sich auf keiner Bühne, sondern auf der Straße: der Flohmarkt. Es locken um die 350 Stände, deren Vergabe der Verkehrsverein organisiert. „80 Prozent sind schon weg“, konstatiert Vize-Vorsitzender Joachim Müller zufrieden. Doch noch immer gibt es einige freie Stellen in der Bahnhofstraße, der Entengasse, der Herrengasse. Anmeldungen dafür sind nach wie vor möglich.

Allerdings ist auch hier eine Tendenz unverkennbar: „Es wird immer schwerer“, sagt Müller: „Das merken viele Feste, die Flohmarktstände anbieten.“ Der digitale Flohmarkt – Ebay – ist eine spürbare Konkurrenz. „Aber ein Flohmarkt im Freien hat doch eine ganz andere Atmosphäre“, weiß Müller. Um 5.30 Uhr bauen die Betreiber ihre Stände auf und sorgen damit schon am frühen Morgen für Leben in der Altstadt.

Auf vier Bühnen – am Stadtbrunnen, im Oberen Schulhof, im Weindorf und in der Oberstadt – erklingt an zwei Tagen Live-Musik verschiedenster Richtung, im Weindorf noch am Montag. Mit dabei sind Schriesheimer Gruppen wie die Strada Montana, die Honeywell Bouncers um Armin Dremel oder Old Love, die sich gerade erst gegründet hat, aber auch eine der renommiertesten Bands aus Mannheim, Just for Fun, als Top Act am Samstagabend.

Eine Institution ist der Jazz-Point, betrieben vom Verkehrsverein und organisiert von Schriesheims Jazz-Bischof Eugen Fallmann. Verpflichtet hat er dafür die Speyer City Stompers; die sechs Musiker seien 2018 sehr gut angekommen: „Bei denen kommt was rüber“, weiß Fallmann, selbst passionierter Jazz-Musiker. Im Rahmen der „Second Generation“ spielt auch er wieder auf. Nicht zu vergessen: Bluesgosch Dieter Reinberger, der längst Kult ist.

Um die Veranstaltung bekannt zu machen, präsentiert der Verkehrsverein alljährlich einen Button mit wechselndem Motiv. Diesmal zeigt er den Uzès-Kreisel in den Fensenbäumen, fotografiert von Gerlinde Gregor. Die Motivwahl erfolgt natürlich im Hinblick auf den 35. Geburtstag der Jumelage mit Uzès. Es gibt also genug Gründe zum Feiern.

Erfahrungsgemäß friedlich

Dafür, dass das Ganze in ordentlichem Rahmen bleibt, sorgt die Stadt. Und Stadt bedeutet hier konkret Ordnungsamt. Für seinen Chef Achim Weitz ist es das erste Straßenfest im Amt. „Zum letzten Mal habe ich es vor 20, 25 Jahren besucht.“ Seine Stellvertreterin Isabel Klute (bis zu ihrer kürzlichen Hochzeit Isabel Herschel) ist dafür schon erfahren.

Im Gegensatz zum Mathaisemarkt gibt es hier weniger Aggressivität, weiß sie. Auch auf die im März aufgestellten Poller kann bei dieser Gelegenheit verzichtet werden. Gleichwohl engagiert die Stadt einen privaten Sicherheitsdienst. Und hofft, dass er wenig zu tun hat.