Schriesheim

Schriesheim Buchautor Ben Redelings stellt beim SVS die „schrägsten Geschichten aus 55 Jahren Bundesliga“ vor

Anekdoten der Fußballgeschichte

Archivartikel

Sogar die Servietten zu den Brezeln sind mit einem Fußballmotiv versehen. Erst recht dreht sich das Programm zu 100 Prozent ums runde Leder. Oder genauer: um die schrägsten Geschichten aus „55 Jahre Bundesliga“. Mit dem Autor dieses Buchs und kultigen Kicker-Kenner Ben Redelings aus Bochum ist ein Anekdotenerzähler zu Gast, wie es keinen Zweiten gibt. Mit diesem Kumpel-Typ aus dem Ruhrgebiet würde sicher jeder der rund 150 Besucher in der Turnhalle der Strahlenberger Grundschule in Schriesheim sofort ein Bier trinken gehen. Und das können sie ja auch.

Dazu lädt nämlich der beredte Bochumer ausdrücklich von der Bühne aus ein, bevor er Fußball-Kabarett vom Feinsten präsentiert. „Ben spricht so, wie bei uns auf dem Fußballplatz geredet wird, nur im Ruhrgebietsdialekt: Das ist genau das, was bei unserem rundum gelungenen Jubiläum mit vielen Veranstaltungen für alle Altersgruppen noch gefehlt hat“, freut sich Hermann Morast aus dem Festausschuss über das gelungene Finale der Veranstaltungsreihe zur Feier des 100. Geburtstages des Sportvereins Schriesheim (SVS).

„Wir haben einen hier, der regelmäßig im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund auftritt – jetzt endlich auch in Schriesheim“, jubelt Mitorganisator Sebastian Schromm, nicht ohne Sponsoren und fleißige Helfer zu würdigen. Den Fußballspaß lässt sich auch ein ehemaliger Handballer und Volleyballer wie Hansjörg Höfer nicht entgehen: Schriesheims Bürgermeister sitzt ebenso in der ersten Reihe wie Karl-Heinz Bührer: Der frühere Bundesligaspieler des SV Waldhof Mannheim wohnt heute in Straßenheim.

Auf Einladung des Schriesheimers Peter Appel will Bührer wissen, ob die „lustigsten Legenden der Liga“ (Redelings) stimmen. Und wird von ihm prompt erkannt: „Sie stammen aus der Zeit in den 80ern, als es im Fußball die meisten Schnauzbartträger gab.“ Bührer ist begeistert: „Ich finde es toll, das alles nochmal zu hören über Fußballer und Schiedsrichter, mit denen ich gespielt habe – das waren noch richtige Typen“, sagt Bührer in der Pause.

Vortrag im rheinischen Singsang

Die Kremers-Zwillinge Helmut und Erwin, Uli Borowka, Horst-Dieter Höttges und Thorsten Legat: Wer diese Fußballer noch kennt, ist bei Redelings richtig. Wer nicht, kann dennoch Spaß haben. Auch, wenn es „politisch unkorrekt“ oder deftig wird. Eben wie auf dem Platz.

Am besten ist Redelings, wenn er im rheinischen Singsang Originale seiner fußballverrückten Heimatregion zitiert wie den legendären Oberhausener Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder, der 1975 in angetrunkem Zustand nach 32 statt 45 Minuten zur Pause pfiff. Den Mann kennt auch Bührer noch, weil „Ahli“ sein letztes Bundesligaspiel 1988 in Stuttgart gegen das Team des damaligen Waldhof-Buben pfiff. Bührer war damals mit dabei.