Schriesheim

Schriesheim An diesem Mittwochabend muss der Gemeinderat endgültig über den Umfang der Generalsanierung im Kurpfalz-Bildungszentrum entscheiden

Angestrebtes Einsparziel: Sechs Millionen Euro

Archivartikel

Schriesheim.Nach Ansicht von Experten wird dieser Mittwoch für die Generalsanierung im Kurpfalz-Bildungszentrum Schriesheim zum „Point of no return“ – zu dem Punkt, von dem ab es kein Zurück mehr gibt. Am Abend muss der Gemeinderat der Weinstadt nämlich entscheiden, ob und in welchem Umfang es mit dem seit mehreren Jahren diskutierten Mammutprojekt endlich losgehen soll.

Die Grundsatzentscheidung für das Projekt hat der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr mit einer Stimme Mehrheit getroffen. Dabei wurde der Kostenrahmen auf 20,9 Millionen Euro festgesetzt, wobei 6,7 Millionen Euro als Zuschuss vom Bund kommen sollen, ein etwa gleich großer Betrag aus dem Verkauf von Grundstücken in einem Neubaugebiet Süd, das die Verwaltung zu diesem Zweck bis Ende des Jahres auf den Weg bringen will.

Doch am Montag vergangener Woche legten die Architekten im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Technischen Ausschusses ihre Kostenschätzung vor. Und die fiel für die Stadträte ernüchternd aus.

Die notwendigsten Arbeiten sind auf 23,2 Millionen Euro beziffert – elf Prozent höher als der Kostenrahmen. Darin noch gar nicht enthalten sind die Kosten für die Sanierung der Bibliothek mit mehr als 400 000 Euro und der Musikschule für 325 000 Euro. Damit wäre man schon bei weit mehr als 24 Millionen Euro.

Hinzu kommen sogenannte Kostenpakte – also Maßnahmen, die ebenfalls wünschenswert und aus Sicht mancher sogar notwendig wären. Dazu gehören die Erweiterung der Aula (530 000 Euro) oder ein behindertengerechter Aufzug (70 000 Euro), aber auch Sanierungen im naturwissenschaftlichen Trakt. Die Gesamtsumme mit all diesen Kostenpaketen läge bei rund 26,5 Millionen Euro, also 27 Prozent über dem Kostenrahmen. „Die im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt vorgestellte Sanierung ist für die Stadt Schriesheim nicht finanzierbar“, heißt es denn auch in der Verwaltungsvorlage für die Gemeinderatssitzung an diesem Mittwochabend eindeutig.

Was bedeutet: Das Stadtparlament muss nun entscheiden, welche der Kostenpakte es als so wichtig erachtet, dass sie in die Sanierung aufgenommen werden, obwohl der Kostenrahmen dadurch deutlich überschritten wird. Da diese Maßnahmen nicht Teil des vom Bund bezuschussten Sanierungskonzeptes sind, müsste die Stadt diese Maßnahmen alleine finanzieren.

Die Verwaltung gibt dem Gemeinderat keine Beschlussempfehlung, sondern will erst die Stimmung im Gremium abwarten. „Beschlussantrag erfolgt mündlich in der Sitzung“, heißt es denn auch in ihrer Vorlage. Allerdings deuten manche Formulierungen deren Haltung an. So heißt es dort, „dass die ausgewiesenen Kosten für die Bibliothek und Musikschule zwingende technische Hintergründe haben.“

Wenn der Rat den Umfang der Sanierung festgelegt hat, muss er die erste konkrete Vergabe vornehmen: 2,6 Millionen Euro für die Container, in denen während der Bauphase der Unterricht stattfinden muss. Wie gesagt: „Point of no return“.