Schriesheim

Schriesheim Geplante Erschließung der Neubauten in der Ladenburger Straße stößt auf Ablehnung

Anwohner machen Druck

Archivartikel

Die Planung zur Neubebauung in der Ladenburger Straße nahe der B3 stößt auf den Widerstand der Nachbarschaft. Konkret richtet sich die Kritik der Anwohner gegen die geplante Erschließung eines Teils der Parkplätze über die Max-Planck-Straße. Am Donnerstagmittag informierten Aktive der „Anlieger-Interessengemeinschaft“ die Presse.

Wie berichtet, plant die Bauhütte den Abriss ihrer in den 1960er Jahren entstandenen Wohnanlage neben dem Ärztehaus und die Errichtung dreier Neubauten mit 20 Wohneinheiten. „Das geplante Neubauvorhaben wird zukünftig ausschließlich dem Mietwohnungsbau zur Verfügung gestellt und ist daher von großer Bedeutung für die Stadtentwicklung Schriesheims“, erklärte die Verwaltung im Januar bei Beratung des Projektes im Gemeinderat, der denn auch seine Zustimmung erteilte.

Nur Zufahrt als Streitpunkt

Lediglich über die Zufahrt entspann sich eine Kontroverse. Der Großteil der 24 Stellplätze wird zwar in einer Tiefgarage ausgewiesen, die von der Ladenburger Straße aus angefahren werden soll; vier Stellplätze für die beiden hinteren Gebäude sollen jedoch ebenerdig angefahren werden – und zwar durch eine bisherige Stichstraße, die von der Max-Planck-Straße auf das Grundstück zuführt. Ein Antrag der Grünen, darauf zu verzichten, wurde im Januar im Gemeinderat abgelehnt.

Doch diese Erschließung wird von den betroffenen Anwohnern der zwei Dutzend Wohneinheiten nach wie vor abgelehnt. „Die von dem Bauvorhaben betroffenen Anwohner teilen die Sicht der Stadt, die plante Maßnahme als sinnvollen Beitrag zur innerörtlichen Erneuerung anzusehen“, heißt es in einer Stellungnahme der von Gottfried Rudholzer vertretenen Nachbarn: „Unser Einspruch richtet sich lediglich gegen die Öffnung der Max-Planck-Straße 5 bis 9.“

Bisher nämlich sei die Stichstraße als Sackgasse ausgewiesen, ein Gehweg nicht vorhanden, für mehr Verkehr baulich also gar nicht ausgelegt: „Sie ist faktisch eine verkehrsberuhigte, reine Anwohnerstraße.“ Mittlerweile habe sie sich sogar zu einer Spielstraße entwickelt. „Sobald die Sonne scheint, sitzen hier die Mütter, und die Kinder spielen auf der Straße“, berichtet ein Anwohner. Die Nutzung zur Erschließung des neuen Bauprojekts wäre also gefährlich.

Einen weiteren Punkt wenden die Anwohner ein: Zwar soll die Öffnung der Sackgasse nur zur Erschließung von vier Pkw-Stellplätzen dienen; tatsächlich würde dadurch jedoch ein Teil des Anlieger-, Besucher- und Lieferverkehrs für den gesamten Neubaukomplex hier abgewickelt.

Die Zufahrten zu Stellplätzen und Garagen wären dann oft blockiert. „Vor allem die Paketdienste werden über diese Straße kommen und hier parken“, befürchtet ein Anwohner: „Vor dem Haus entlang der Ladenburger Straße finden sie doch gar keinen Parkplatz mehr“, meint er.

Eine Öffnung der Sackgasse würde nach Ansicht der Anwohner aber auch ein höheres Verkehrsaufkommen für die Max-Planck-Straße insgesamt bedeuten. „Und dies, wo sie doch ein zentraler Schulweg ist.“

Alle Stellplätze in die Tiefgarage

Was ist die Alternative? Die Anwohner fordern, auch die betreffenden vier Stellplätze in der Tiefgarage unterzubringen. Dies sei zwar teurer. „Aber dies kann man von der Bauhütte verlangen“, so ein Teilnehmer.

„Immerhin wird für ihr Projekt ein eigener Bebauungsplan gezimmert“, meint der Mann. „Und sie hat Schriesheim bisher eine Ruine vorgesetzt, indem sie die Gebäude über Jahrzehnte verfallen ließ“, ergänzt ein anderer erbost: „Ich kenne sie gar nicht anders als in dem miserablen Zustand, in dem sie jetzt sind.“

Enttäuscht sind die Anwohner von der Verwaltung: „Eine frühzeitige Information fand nicht statt“, klagt ihr Sprecher Gottfried Rudholzer. Die Betroffenen wollen jetzt mit den Parteien und Fraktionen sprechen, einige Termine stehen schon fest. Denn am 18. April entscheidet der Gemeinderat endgültig. -tin