Schriesheim

Schriesheim Weinzelt mit der traditionellen „Kesselprobe“ vorgestellt / Morgen wird hier der Mathaisemarkt eröffnet

Auf dem Festplatz und bei den Winzern ist alles bereit

Archivartikel

„Alle stehen in den Startlöchern und sind schon ganz unruhig“, spürt Hansjörg Höfer: „Doch wenn es losgeht, dann ist die Unruhe vorbei“, weiß der Bürgermeister, als er gestern die traditionelle „Kesselprobe“ im Festzelt eröffnet. Und morgen Abend ist es soweit: Um 19 Uhr wird hier der 440. Schriesheimer Mathaisemarkt offiziell eröffnet.

Gestern jedoch wurde überall auf dem Festplatz noch gewerkelt. Die Schausteller richteten ihre Fahrgeschäfte und Stände ein. Und das große Festzelt? Wo morgen Abend die Weinhoheiten gekrönt werden und fortan bis zu 2000 Menschen ausgelassen feiern sollen, da legten die Mitarbeiter der Firma Hamel letzte Hand an. Nur eines der Separées war eingedeckt: Denn Punkt 12 Uhr fand hier die „Kesselprobe“ statt.

Die „Kesselprobe“ – das ist das zünftige Mittagessen, mit dem sich die Festzelt-Betreiberin bei den Angehörigen von Feuerwehr und Polizei und vor allem bei den städtischen Arbeitern bedankt. „Die Arbeiter können frühmorgens sehen, wie schön der Abend zuvor war“, formulierte der Bürgermeister vieldeutig.

Eigentlich findet die „Kesselprobe“ immer einen Tag vor der Eröffnung des Festes, also donnerstags, statt. Doch aus Rücksicht auf die Trauerfeier für den langjährigen Ehrenkommandanten der Schriesheimer Feuerwehr, Georg Weber, die für heute, 12.30 Uhr, angesetzt ist, wurde sie verschoben. „Genau die richtige Entscheidung“, findet Festwirtin Ilona Böhm, auch wenn das ihren gewohnten Ablaufplan ein wenig durcheinanderbringt.

Böhm ist mit ihrem Zelt zum vierten Mal auf dem Mathaisemarkt. „Im Gegensatz zum Vorjahr, als es eiskalt war, ist das Wetter in diesem Jahr geradezu angenehm“, sagt sie.

Für die innere Wärme lässt die Wirtin Kartoffelsuppe mit Rindwurst und Brötchen auftragen. Die Weine dazu spendiert die Winzergenossenschaft. Deren Geschäftsführer Harald Weiss stellt sie vor: den wichtigsten Rotwein, einen Spätburgunder trocken, „der kräftig wärmt, wenn es mal richtig kalt wird“; den Klassiker jedes Mathaisemarktes gerade für die Jüngeren, einen Spätburgunder Weißherbst Kabinett; und den Grauburgunder Kabinett trocken, ein echter Klassiker für Genießer. All diese Weine gibt es sowohl im Festzelt und als auch im Zehntkeller.

Feuerwehr gefordert

Bei der Kesselprobe ebenfalls dabei waren die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr. Für sie ist der Mathaisemarkt natürlich eine Herausforderung. Insgesamt 160 Aktive sind die Festtage über im Einsatz. Ihr Kommandant Oliver Scherer und seine Kameraden haben sich jedoch gut vorbereitet – auch wenn die traditionelle Mathaisemarkt-Übung, die für heute Abend angesagt war, wegen der Trauerfeier abgesagt wurde.

Damit man auf dem Rummelplatz und auch sonst ohne Bedenken unterwegs sein kann, überprüfen TÜV und Baurechtsamt morgen Vormittag die Fahrgeschäfte; die Lebensmittelüberwachung wiederum kontrolliert die Imbissbuden.

Astrid Spies von der Winzergenossenschaft ist gestern mit ihren Gedanken schon weiter, lässt ihren Blick durchs Zelt schweifen, scheint dabei noch einmal ihre Planungen für den morgigen Abend durchzugehen. Denn dann moderiert die ehemalige Weinprinzessin wieder die Krönung der neuen Hoheiten.