Schriesheim

Schriesheim Rotweinwanderung des Verkehrsvereins / Winzer und Gastronomen locken mit Kostproben und Spezialitäten

Auf kulinarischer Tour

Lampenfieber gehört zu jeder Premiere dazu – davon blieben auch die Veranstalter der lieb gewonnenen Rotweinwanderung nicht verschont. „Ein bisschen Unsicherheit bleibt immer und der Unsicherheitsfaktor ist eben das Wetter“, brachte es die Vorsitzende des Verkehrsvereins Irmgard Mohr auf den Punkt. „Wir akzeptieren jedes Wetter, nur Regen, den können wir nicht brauchen“. Das Wetter hielt und bescherte den Veranstaltern gleich zu Beginn der Wanderung einen guten Zustrom. Schätzungsweise waren es rund 250 wander- und trinkfreudige Besucher, die am alten Rathaus auf den offiziellen Start warteten.

Ein Bamberger Ehepaar gehört dabei schon fast zu den Stammwanderern der Rotweinwanderung dazu. Mitgebracht hatten sie auch den von den AWO-Damen gehäkelten Gläserhalter, in denen die Weingläser hingen. „Wir haben diese Gläser das letzte Mal gekauft und hüten sie sehr sorgfältig“, sagten sie stolz. Sie besuchen auch andere Weinfeste, doch die beiden Weinwanderungen in Schriesheim seien die Schönsten.

„Teilnahme ist ein Muss“

Ebenso zu den Weinwanderern zählen zwei ältere Damen aus der Pfalz. „Die beiden Termine, die Rotweinwanderung und die im Herbst sind feste Bestandteile, wie Geburtstage und Weihnachten“, bekannten Renate Weber und ihre beste Freundin Erika Altmann. „Wir waren von Beginn an dabei und sind zu echten Fans geworden“, betonten die beiden Seniorinnen. Punkt 11 Uhr griff Vorsitzende Mohr zum Mikro und begrüßte die Wartenden. „Wenn alle gegen Abend weinselig, glücklich und zufrieden den Heimweg antreten, dann wissen wir, dass wir alles richtig gemacht haben.“ Auch Bürgermeister Höfer erklärte, nass werde man hier nur von innen, äußerlich bleibe alles trocken. Er spekulierte, dass man viele Wanderer aus Dossenheim kommend treffen werde, sei dort Bürgermeisterwahl und nach Stimmabgabe würden sich die Wähler in Richtung Schriesheim aufmachen und die Wahl mit einem Rotwein begießen.

Nach den Grußworten der Schriesheimer Weinhoheiten und dem letzten Ton aus den Jagdhörnern begaben sich die Wanderer auf die Suche nach den kulinarischen Genüssen in flüssiger und in fester Form. Vom Alten Rathaus führte es die Weinliebhaber über den Kehlweg und weiter steil bergauf zur ersten Station dem Restaurant „La Perseria“, wo bereits heißes Chili con Carne und Hähnchencurry in den Kochtöpfen vor sich hingarten. Mutters Kartoffelsuppe gab es nach einem kleinen Aufstieg beim Weingut Jäck – das Wirtshaus Mühlenhof und Forschners Schützenhaus lockten mit Lamm- und Wildburgern. Weinhut Wehweck servierte zu seinen eigenen Rotweinen Wurstspezialitäten in Brötchen verpackt, es gab aber auch Kaffee und Kuchen als kleine Abwechslung zu den deftigen Speisen. Sich wieder langsam auf den Rückweg machend, wurde eine kleine Pause bei der Winzergenossenschaft eingelegt. Hier hatte zur Freude der jungen Gäste Foodliner Bernd Müller seinen Imbisswagen aufgeschlagen.

Kuchenvariationen probieren

Vorletzter Halt galt dem Weingut Bielig. Dort versorgte „Forschners Schützenhaus“ die Gäste mit Spezialitäten der Schützenhaus Küche, Linzertorten oder Rotweinkuchen. Mit rot gefrorenen Nasen, klammen Fingern und kalten Füßen erreichten die Wanderer mit der Heidelbergerstraße die letzte Station der Wanderung. Bei Ragout von heimischen Wildschweinen, wärmte man sich auf ließ einen stimmungsvollen Sonntag ausklingen. Bringt man die Rotweinwanderung 2019 auf einen Nenner, klingelte es in den Kassen und die Werbung für die Stadt und Weine kam nicht zu kurz.