Schriesheim

Schriesheim Tag der offenen Tür auf dem Mühlenhof / Spiel und Spaß für die gesamte Familie

Bei der Hochseilakrobatik stockt den Besuchern der Atem

Archivartikel

Rot war beim Tag der offenen Tür auf dem Mühlenhof die vorherrschende Farbe. Wusste man doch, dass jeder, der an diesem Tag mit etwas Rotem kommt, ein kleines Geschenk erhält. Das Wetter an diesem Sonntag war geradezu ideal für einen Besuch des Mühlenhofs. „Gegen Mittag war es schon recht voll“, freute sich dessen Leiter Heinz Waegner über den großen Zustrom, der über den ganzen Tag hinweg anhielt.

Am Eingang deckten sich die Besucher mit dem für diesen Tag eigens angefertigten „Mühlenhofgeld“ ein. Damit konnte man auf dem gesamten Gelände Getränke oder Essen kaufen oder aber seinen Obolus fürs Baggern, das Vergnügen aller Väter, geben. Blieb von dem Zahlungsmittel beim Nachhausegehen etwas übrig, so konnte man es problemlos wieder in harte Euro umtauschen.

Unter den ersten Gästen befanden sich Bürgermeister Höfer und auch der Schirmherr dieses Aktionstags, der Landesbischof a. D. Ulrich Fischer. Bürgermeister Höfer nannte in seiner Ansprache den Mühlenhof eine wichtige Einrichtung in Schriesheim. „Der Mühlenhof passt sehr gut in das Gefüge der Stadt“, meinte er und dankte der Familie Waegner für ihren Einsatz zugunsten benachteiligter Menschen.

Schirmherr hellauf begeistert

Auch Ulrich Fischer war nach seinem Rundgang über das weitläufige Gelände hellauf begeistert von dem, was hier geleistet wird. Der Mühlenhof sei ihm nicht unbekannt. Er kenne ihn von seinem Freund Frank Nuscheler, dem ersten Biocaterer in der Region, der seinerseits gute Kontakte zum Wirt des „Wirtshaus“, Opfermann, pflegt. Da er selbst mit seiner Tochter auf einem Bauernhof in Neulußheim lebe, wisse er was eine Tier unterstützte Therapie bedeute. „Es ist einfach toll, dass es so etwas in Schriesheim gibt“.

„Wir wollen zeigen, was Menschen mit Handycaps so alles auf die Beine stellen können“, erzählte Waegner. Ohne deren tatkräftige Hilfe laufe „der Laden kaum“. An diesem Sonntag war Spaß für die gesamte Familie angesagt. Es gab eine Hüpfburg. Kinder konnten auf dem Rücken eines Ponys Runden drehen, sich das Gesicht verschönern lassen und selbst Stockbrot über einem Lagerfeuer brutzeln. Es gab auch einen Seilgarten und zur Freude der Väter stand wieder ein Bagger bereit, mit dem man so richtig schöne Löcher buddeln durfte.

Wieder dabei war der Heidelberger Künstler Halil Kacemer, der einen alten abgestorbenen Ast mit Skulpturen schmückte. Auf langen Stangen schob sich eine Schildkröte vor, und das Seepferdchen war zu dieser Zeit noch in Arbeit. „Das muss noch alles gebrannt und lackiert werden, dann ist es auch winterfest“, erläuterte Kacemer. Ein Schäfer ging den Tieren an die Wolle.

In der Reithalle zeigten Nachwuchsvoltigierer ein Programm, das Showteam „Allegria“ führte einen „Tanz mit dem Feuer“ auf und war später noch mit einer „Oktoberfestgaudi“ zu sehen. Schüler der Musikschule waren für das Unterhaltungsprogramm zuständig, und die Mitglieder der Kinder- und Jugendtanzgruppe des MGV Eintracht erfreuten mit ihrem neuen Programm.

Das absolute Highlight, bei dem den Besuchern der Atem stockte, zeigten die Akrobaten Jochen und Avital mit ihren Kindern Noah (4) und Maayan (8). Sie erklommen das auf dem Gelände aufgebaute Hochseil und legten eine Show hin, wie man sie nur im Zirkus zu sehen bekommt. Die Familie aus Schriesheim, die im Zirkus Roncalli auftritt, war am Vortag aus dem Trainingslager in Israel gekommen und brach am nächsten Tag zu einem Engagement nach Barcelona auf.