Schriesheim

Schriesheim Stadtverwaltung zweifelt an Vorkommen allergener Pflanze / „MM“ erkundigt sich bei der zuständigen Behörde

Bestätigt: Ambrosie in städtischem Beet

Ist es nun eine Ambrosie oder nicht? Der „MM“ berichtete am Mittwoch über das Vorkommen der hoch allergenen Pflanze auf einem städtischen Grünstreifen entlang der B 3 an der Kreuzung mit dem Ruhweg, aufmerksam gemacht vom pensionierten Biologie-Lehrer Karl Wilhelm Bauer, der mehrere der Gewächse dort ausgemacht hatte. Sandra Dezenter, Fachfrau von der Landesanstalt für Umwelt Badenwürttemberg (LUBW) hat inzwischen bestätigt, dass es sich bei der großen Pflanze tatsächlich um eine Beifuß-Ambrosie handelt, bei der kleinen ist sie nicht ganz sicher.

Bei der Stadtverwaltung war man nach dem Lesen des Berichts sicher, dass Bauer und der „MM“ falsch lagen. Es handle sich nicht um eine Ambrosia, schrieb Patrick Schmidt vom Grünflächenamt, sondern „um die Blühpflanze Cosmos sulphureus, welche in den Saatgutmischungen verwendet wurde.“ Bei Cosmos sulphureus, dem „Schmuckkörbchen“, handelt es sich um eine orangefarben blühende Blume, die im Handel auch in Saatgutmischungen angeboten wird.

In diesem Falle wäre Entwarnung angezeigt, denn während die Pollen der Ambrosie Husten, Schleimhautreizungen oder allergisches Asthma hervorrufen können, ist über die Kosmee nichts Derartiges bekannt. Tatsächlich können die Sorten leicht verwechselt werden, gerade im Hinblick auf die gezackten Blätter und ihre Wuchsform. „Im Jugendstadium“, schreibt Sandra Dezenter, „sind die Blätter der Beifuß-Ambrosie noch wie bei Cosmos sulphureus gegenständig angeordnet, im oberen Sprossteil werden sie aber wechselständig.“ Sie hat die Pflanzen auf Bitten des „MM“ noch einmal genau unter die Lupe genommen und ihre charakteristischen Merkmale anhand der erstellten Fotos untersucht.

Beim Landesamt melden

Was das „MM“-Foto mit der Jungpflanze angeht, ist sich die Sachverständige nicht ganz so sicher wie Rathausmitarbeiter Schmidt. Das Pflänzchen könnte eine Kosmee sein, schreibt sie und kritisiert, dass es schlecht zu erkennen sei. Deshalb schlägt sie folgendes Vorgehen vor: „Um Konflikte zu vermeiden, könnte bis zum Einsetzen der Blütenknospen abgewartet und wenn nötig gehandelt werden.“

Bei weiteren Aufnahmen fällt ihr Urteil dagegen völlig anders aus: „Auf den Fotos mit den großen Pflanzen handelt es sich aufgrund der wechselständigen Blätter mit großer Sicherheit um die Beifuß-Ambrosie.“ Heißt, dass Bauer wie auch Schmidt richtig lagen: Es gibt im selben Beet sowohl harmlose Schmuckkörbchen als auch die hoch allergene Ambrosie.

Im Falle von Letzterer hat das Landesamt ein Meldeformular erstellt, das man auf der Internetseite der Karlsruher Behörde herunterladen kann (www.lubw.baden-wuerttemberg.de) oder direkt unter ambrosia@lubw.bwl.de melden.