Schriesheim

Schriesheim Ehrenamtliche Betreiber des Waldschwimmbades ziehen Bilanz / Vereinschef Bernd Doll zufrieden

„Beste Saison seit Jahren“

Archivartikel

Das ehrenamtlich betriebene Waldschwimmbad Schriesheim erlebt die „beste Saison seit vielen Jahren“. Wie der Vorstand des Betreibervereins gestern mitteilte, konnten bislang 67 800 Besucher verzeichnet werden. Und das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein: Wenn das Wetter so bleibt wie vorhergesagt, soll die Saison noch über das bisher avisierte Ende am 22. September hinaus verlängert werden.

Als Bernd Doll, der Vorsitzende der „Interessengemeinschaft zur Erhaltung und Betreibung des Waldschwimmbades“ (IEWS), mit seinen Mitstreitern gestern vormittag Bürgermeister Hansjörg Höfer, Stadträte und Pressevertreter begrüßt, da ist er denn auch sichtlich zufrieden. Derzeit läuft es richtig gut im Bad.

Platz neun in Baden-Württemberg

Das beginnt schon damit, dass bei einem deutschlandweiten Ranking des Verbraucherportals „testberichte.de“ das Waldschwimmbad sehr gut abgeschnitten hat: Unter 365 Einrichtungen liegt es bundesweit auf Platz 53, in Baden-Württemberg auf Rang 9, „in der Umgebung natürlich ganz oben“, wie Doll sich freut.

Doch dass die Saison 2018 so super läuft, das liegt vor allem am Wetter. Mit 67 800 Besuchern wurden schon jetzt rund 20 000 mehr gezählt als im Vorjahr. Besser lief nur das Jahr der Wiedereröffnung nach der Sanierung 1995: 85 000 Besucher. Höhepunkt 2018 war das erste Augustwochenende, wo von Freitag bis Montag 4000 Badegäste strömten.

Auch die Zahl der Mitglieder, die für ihren Beitrag kostenlos und zu separaten Zeiten baden dürfen, stieg deutlich an – auf nunmehr 6273. „Allerdings wird das wieder etwas weniger werden“, weiß Schriftführer Michael Gebhardt. Denn zu Saisonende treten erfahrungsgemäß 200 bis 300 Mitglieder wieder aus. „Diese Fluktuation nimmt zu, Vereinstreue gibt es kaum noch“, erläutert er. Und das macht dem Verein viel Arbeit: „Mehr als 1000 Vorgänge pro Jahr.“

Auch der Besucherandrang hat seine Probleme. So gerät der Parkplatz bei einem solchen Ansturm an seine Kapazitätsgrenzen. „Ab 5000 Besuchern müssten wir das Bad sogar schließen“, erläutert der Technische Leiter Jürgen Merkel. Grund ist: Die Toilettenanlage ist nur für diese Höchstzahl zugelassen.

Doch klar, es überwiegen die Vorteile – sowohl für den Wirt als auch für den Verein: „Aber wir haben auch viele Ausgaben zu schultern“, tritt Doll dem Eindruck entgegen, die „Kasse nicht mehr zuzukriegen“. In den zurückliegenden fünf Jahren wurden im Bad 350 000 Euro investiert, etwa je zur Hälfte vom Verein selbst und als Zuschuss der Stadt.

CO2 wird eingespart

Ein zentrales Ziel der jüngsten Investitionen war die Aufbereitung des Wassers, das auf 24 Grad Celsius erwärmt wird, was einen riesigen Energieaufwand bedingt. Nachdem die Kosten dafür in einem ersten Schritt durch eine Photovoltaikanlage minimiert werden konnten, sorgte in dieser Saison die neue Solartherme dafür, dass „keine Energie von außen mehr zugeführt werden muss“, wie das dafür zuständige IEWS-Mitglied Michael Pabst erläutert. Eingespart werden dadurch pro Jahr große Mengen an CO2 und etwa 10 000 Euro an Kosten.

„Bei Wasser- und Energietechnik sind wir auf der Höhe der Zeit“, bilanziert Doll: „So können uns daher in diesem Bereich eine Atempause gönnen.“ In den kommenden Monaten will sich der Verein daher verstärkt der Anlage widmen, speziell den Kabinen, und der Verwaltung, die eine neue Software benötigt. Außerdem steht auf der Hauptversammlung die Wahl eines Nachfolgers für Bernd Doll an, der nicht mehr kandidiert.