Schriesheim

Schriesheim Kulturkreis präsentiert an Mathaisemarkt seine Kunstausstellung mit Werken der Ladenburgerin Cornelia Komor

„Bilder als Auseinandersetzung mit Leinwand und Farbe“

Archivartikel

Der Schriesheimer Mathaisemarkt – er ist nicht nur Halligalli, Feiern und Wein. Er ist – nahezu einzigartig für ein Weinfest dieser Art – auch Ort von hochstehender Kunst. Dafür sorgt seit mehr als einem viertel Jahrhundert der Kulturkreis mit seiner Mathaisemarkt-Kunstausstellung, in diesem Jahr beschickt von der Ladenburger Malerin Cornelia Komor.

Verantwortlich für die Schau zeichnet Romy Schilling. Die langjährige Vorsitzende des Kulturkreises ist seit kurzem als Kuratorin der Mathaisemarkt-Schau wieder voll in den Kulturbetrieb eingestiegen.

Professionelles Schaffen

Mit der Künstlerin aus dem benachbarten Ladenburg hat sie einen Mittelweg gewählt zwischen einheimischen und auswärtigen Künstlern von weit her. „Und wieder einmal ein echter Profi“, wie Schilling nicht ohne Stolz betont. Das zeigt sich schon an deren professionell aufgemachtem Ausstellungskatalog, den sie eigens für ihre Präsentationen im Jahr 2019 geschaffen hat. Mit ihm informiert sie über ihr künstlerisches Schaffen und ihren Werdegang.

1964 in Stuttgart geboren, absolvierte sie ein Studium in Malerei und Zeichnen in München, später an der Hochschule für Gestaltung in Augsburg, machte den Abschluss als Diplom-Kommunikationsdesignerin.

Die in Ausbildung und Beruf intensive Auseinandersetzung mit der Malerei führte fast automatisch zu eigener künstlerischer Tätigkeit. In zahlreichen Schauen im Rhein-Neckar-Dreieck, aber auch darüber hinaus in Österreich, der Schweiz und in Luxemburg, ist ihr Schaffen präsent. Bei einer von ihnen, einer Gemeinschaftsausstellung im Ladenburger Domhof, lernte sie 2002 die dort als Laudatorin wirkende Romy Schilling kennen, die ihren Blick künstlerisch schon immer weit über den Tellerrand Schriesheims hinaus schweifen ließ. Nun gewann Schilling Comor für eine Einzelausstellung in Schriesheim, bei der sie 40 Werke präsentieren wird – das größte 1,30 Meter mal 80 Zentimeter.

Titel der Ausstellung lautet „Was siehst Du . . .?“ – weniger an das geflügelte Wort „Was guckst Du?“ angelehnt als die Einladung zu individueller Interpretation, die möglich, aber auch notwendig ist. Denn die Werke, die diesmal im Feuerwehrhaus gezeigt werden, sind abstrakt.

Komor arbeitet mit Acryl-Mischtechnik. Durch diesen vielschichtigen Auftrag scheinen die Flächen auf ihren Bildern regelrecht zu leben, Farben noch mehr zu leuchten. Und diese Farben sind prall bunt, wobei – zumindest wenn man dem Ausstellungskatalog folgt – Rot und Grün ein wenig zu dominieren scheinen.

„Jedes Bild entsteht als Auseinandersetzung mit der Leinwand und der Farbe“, beschreibt die Künstlerin ihr Schaffen, „wird zum Abenteuer und Wagnis und manchmal sogar zum aufreibenden Kampf.“ Es sei ein „Agieren und Reagieren, dem wirklichen Leben nicht unähnlich.“ Oft übermalt sie nämlich ältere Arbeiten und passt diese ihrem momentanen Empfinden an. Sie und ihre Bilder entwickeln sich gemeinsam weiter.

„Es wird eine schöne Ausstellung“, zeigt sich die Kulturkreis-Vorsitzende Gabriele Mohr-Nassauer überzeugt. Alles Andere wäre auch überraschend. Denn alljährlich finden, wie Geschäftsführerin Carla Schoenmakers weiß, 3000 bis 4000 Besucher den Weg ins Feuerwehrhaus, um im Trubel des Volksfestes auszuspannen, Kunst zu genießen.

Info: Vernissage am Freitag, 8. März, 17 Uhr, Feuerwehrhaus.