Schriesheim

Schriesheim Einwohner, Ortschaftsräte und Bürgermeister Hansjörg Höfer kritisieren Stillstand beim schnellen Internet für die Ortsteile

„Bisher nur schöne Hochglanzprospekte“

Die Altenbacher sind sauer. Ihren Unmut über die Verzögerung bei der Umsetzung des schnellen Internets machten die Bürger Luft, noch bevor der Tagesordnungspunkt im Ortschaftsrat aufgerufen wurde. In der Fragestunde forderten sie Ortsvorsteher Herbert Kraus und die Verwaltung nämlich dazu auf, dem Unternehmen Fibernet mehr Druck zu machen und das Management zu einer Informationsveranstaltung einzuladen.

Mancher Altenbacher bedauerte, nicht das etwas schlechtere Angebot der Telekom wahrgenommen zu haben. Kraus beteuerte, dass er alle vier Wochen bei der Firma telefonisch vorstellig werde, bedauerte aber: „Wir können auf die Firma keinen Druck ausüben.“ Grund für die Verzögerung sei, dass die Auftragsbücher voll seien, doch habe es bereits eine Ausschreibung gegeben. Über den zu langen Stillstand klagten auch die Ortschaftsräte.

„Das schnelle Internet ist gar nicht so schnell“, versuchte CDUOrtschaftsrat Karl Reidinger der Sache etwas Humor abzugewinnen. Er nannte die Ausschreibung „wachsweich“; man hätte sich mehr Fakten gewünscht. Noch immer gebe es keine Antwort auf Fragen, welche Vorteile Glasfaser- gegenüber Kupferkabeln bieten, über die Höhe der Kosten und ob diese auch bis aufs Grundstück verlegt werden: „Bisher gab es nur schöne Hochglanzprospekte, Taten folgten nicht.“ Deshalb sprach auch er sich für einen Info-Abend aus.

Hans Beckenbach (FW) wollte dem Anbieter ebenfalls mehr Druck machen. „Bei einer Informationsveranstaltung müssen sie konkrete Fakten auf den Tisch legen“, forderte er. Auch die Grüne Liste stimmte der Veranstaltung zu, und Karin Malmberg-Weber (SPD) nickte: „Wir brauchen ein schnelles Internet, und das nicht erst in Jahren.“

Heike Lukhaup (Grüne) schloss sich der Kritik an. „Das dauert einfach viel zu lange“, beklagte sie und wollte wissen, ob aufgrund dieser Verzögerung und der langen Wartezeit die vom Land gewährte Förderung entfalle. Nein, sie werde erhalten bleiben, beruhigte der Ortsvorsteher.

Bürgermeister Hansjörg Höfer ging noch einmal auf die Gründe ein, die seinerzeit zur Gründung von Fibernet führten: Weil der kleinere Ortsteil Ursenbach von der Telekom nicht mit Glasfaserkabeln versorgt werden sollte, setzte die Stadt auf eine Erschließung durch Fibernet. Letztlich kritisierte auch er die unbefriedigende Öffentlichkeitsarbeit. Der Ortschaftsrat stimmte einstimmig für eine Informationsveranstaltung mit den Bürgern, mit der mehr Druck auf das Unternehmen ausgeübt werden könne. greg