Schriesheim

Schriesheim Wissbegierige Kinder beim Ferienangebot der Ökostromer

Blick hinter die Kulissen des Waldschwimmbads

Archivartikel

„Wow, das ist ja krass“. Was der elfjährige Silas und die anderen Kinder, die am Ferienangebot der Ökostromer teilnahmen, beim Blick hinter die Kulissen des Waldschwimmbads zu sehen bekamen, machte sie sprachlos. Keiner von ihnen konnte sich vorstellen, welche gewaltigen technischen Anlagen für den ungetrübten Badespaß gebraucht werden – auch die beiden Begleiter der Ökostromer Norbert Clasen und Winfried Plesch nicht.

Jungen als auch Mädchen zeigten sich neugierig. Begrüßt wurde die Expedition vom technischen Leiter Hans Portz und dem Vize-Vorsitzenden Jochen Wähling, der bemerkte, dass das Bad eine fantastische Ökobilanz erzielte, als es nicht beheizt war. Die Kinder interessierte, wie das Bad geheizt wird. „Da sind schwarze Platten auf dem Dach, und wenn die Sonne darauf fällt, entsteht Wärme, und die wird ins Wasser geleitet“, war die Idee des 14-jährigen Levin; der zwölfjährige Ilian dachte dabei an zusätzliche Heizstäbe.

Portz ging auf die geschichtsträchtige Vergangenheit des Waldschwimmbads ein und erzählte, wie alles begann, wie das Bad die schwere Zeit des Kriegs überstand und wie einige mutige Schriesheimer 1995 das Bad vor dem endgültigen Aus bewahrten und es zu neuem Glanz erweckten. „Damals waren es 70 Mitglieder, heute zählt das Bad um die 6000 Mitglieder“, nannte er die stolze Bilanz.

Durch eine schmale Stahltür, für Badegäste nicht zugänglich, führt eine Leiter in eine dunkle Tiefe, in dem der sogenannte Schwallwasserbehälter liegt. Er dient als Zwischenspeicher und wird über Filter gereinigt.

Gefragt wurde, ob im Winter das Wasser im Becken abgelassen werde. Nein, antwortete Portz. Es verbleibe im Becken, das mit einer Plane abgedeckt werde, um zu verhindern, dass die Platten durch den Frost zerspringen. „Warum wird das Wasser gechlort?“, interessierte sich Silas und erfuhr, dass das Chlor die Bakterien im Wasser abtöte.

Es gebe strenge Gesundheitsvorschriften, erklärte Portz und zeigte den Besuchern die massigen Flaschen mit dem geruchlosen Chlorgas. „Chlorgeruch entsteht nur, wenn es mit Ammoniak zusammentrifft“, erläuterte er.

Es gebe zwei Möglichkeiten, das Wasser aufzuheizen fuhr er fort: Einmal über Solarthermie, und einmal über die Wärmepumpe, „das funktioniert so ähnlich wie beim Kühlschrank, nur umgekehrt.“

Man müsse sich das so vorstellen, als ob ein Wasserschlauch im Garten liege, der von der Sonne aufgeheizt werde – ein Beispiel, das jedem einleuchtete. Mit einem Quiz am Ende der Besichtigung konnten die Kinder ihr Ökowissen überprüfen. greg