Schriesheim

Schriesheim Bewohner äußern im Gemeinderat Sorge über gesperrte Zufahrt ins Wohngebiet

Branich eine Woche abgehängt

Archivartikel

Auf die Bewohner des Branich in Schriesheim kommt eine harte Woche zu. Wegen Sicherungsarbeiten am Hang an der Zufahrt zum Wohngebiet über der Weinstadt muss die Straße vom 3. bis 9. August voll gesperrt werden (wir berichteten). Zwischen 8 und 18 Uhr gibt es nur drei kurze Zeitfenster, in denen eine einspurige, durch Ampeln geregelte An- und Abfahrt möglich ist. Vor der Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend äußerten die betroffenen Bürger ihre Sorgen. Und Bürgermeister Hansjörg Höfer seufzte schließlich am Ende der Einwohner-Fragestunde: „Wir sind sicher alle froh, wenn wir die Baustelle hinter uns haben.“

„Das wird eng“, befürchtet Monika Klahr vom Vorstand der Interessensgemeinschaft (IG) Branich schon vor der Sitzung in der Mehrzweckhalle im Gespräch mit der Redaktion. Klar, die Sicherungsarbeiten müssten gemacht werden, erst Ende Mai sei ein Baum dort an der Zufahrt runtergekracht und habe von der Feuerwehr entfernt werden müssen, auch gebe es am Hang lockeres Gestein. All das bestätigt auch später Hansjörg Höfer, bittet die Branich-Bewohner „um Verständnis und Einsicht“.

Die Fachfirma, die mit den Sicherungsarbeiten beauftragt wurde, hätte es am liebsten gehabt, wenn die Straße für eine Woche durchgängig gesperrt worden wäre. Jetzt habe man zumindest einen Korridor für jeweils eine halbe Stunde für eine einspurige Durchfahrt von 10 bis 10.30 Uhr, 12.30 bis 13 Uhr und 15 bis 15.30 Uhr erreichen können.

„Belastung für die Bürger“

„Wir wissen, dass die Sperrung eine Belastung für die Bürger ist, haben uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht und die Arbeiten so auch in die Ferienzeit gelegt. Aber nachdem der Baum vor einigen Wochen auf die Straße gerutscht ist, müssen wir jetzt die Arbeiten durchführen, Sicherheit geht vor. Sonst laufen wir Gefahr, bei einem Notfall oder bei Sturm hier durch umgestürzte Bäume oder einen Felssturz nicht mehr durchzukommen“, betont der Bürgermeister. Mit der Maßnahme jetzt werde die Zufahrt auf Jahre hinaus gesichert.

„Das wird auch durch die Ampelschaltung auf der Talstraße für Staus sorgen“, glaubt Monika Klahr. „Das ist nicht auszuschließen“, antwortet Höfer, durch drei Ampeln wolle die Stadt aber der Problematik entgegenwirken. Dem Wunsch der Branich-Bewohner, in der Woche Anfang August den Laubeltweg für den Verkehr zu öffnen, erteilt der Bürgermeister eine klare Absage: „Diese Zufahrt durch die Weinberge ist nicht geeignet für den allgemeinen Verkehr.“ Außerdem müsse dieser Weg während der Sperrung der Branichstraße für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr frei gehalten werden. Um Pflegediensten im Ernstfall während der Sperrung ausnahmsweise eine Möglichkeit zu schaffen, auf den Branich zu kommen, soll eine Handynummer hinterlegt werden. Allein die Schriesheimer Feuerwehr habe einen Spezialschlüssel, um die Schranke am Laubeltweg zu öffnen, so Höfer

Treppe muss begehbar sein

Also bleibe den Branich-Bewohnern außerhalb der drei kurzen Zeitkorridore während des Tages nur der Fußweg in die Stadt, bedauert Monika Klahr. Doch die Branich-Staffel sei „in einem verheerenden Zustand“, kritisiert die IG-Vorsitzende. Die Treppe müsse also begehbar gemacht werden. Das sagt der Bürgermeister zu.

Gar nicht begeistert war Höfer über den Vorschlag eines Schriesheimers, doch zeitnah über eine zweite Zufahrt zum Branich mit seinen rund 1000 Bewohnern nachzudenken. Den Laubelt im Landschaftsschutzgebiet mit einer Straße befahrbar zu machen sei ein Eingriff in die Natur und nicht so einfach zu machen, warnt Höfer und sagt: „Hier eine große Straße bauen, das wünschen wir uns doch sicher alle nicht. Es ist zumutbar, zum Schutz der Landschaft mit dem Auto nur eine Zufahrt zum Branich zu nutzen.“