Schriesheim

Schriesheim Fragestunde in Gemeinderatssitzung / Schulhof der Strahlenbergschule und Steinbruch sorgen für Ärger

Bürger beschweren sich über laute Partys und Lagerfeuer

Archivartikel

So schön laue Sommernächte auch sind, für manchen Anwohner offenbaren sie jede Nacht sozusagen ihre Schattenseiten: In der Bürgerfragestunde des Gemeinderats beschwerten sich gleich zwei Schriesheimer über lautstark feiernde Jugendliche. Eine sehr plastische Schilderung der nächtlichen Partys im Strahlenberger Schulhof lieferte Beate Jahoda aus der Schmalen Seite.

Nacht für Nacht werde hier getrunken, gekifft und Lärm gemacht: „Seit die Bänke da sind, haben wir das Problem; es gibt Vandalismus und Jugendkriminalität, viele haben Angst.“ Die Sitzgelegenheiten seien zum Treffpunkt geworden, das Dauerlicht am benachbarten VHS-Gebäude leuchte die Szene noch dazu aus. Bierflaschen und Müll als traurige Überreste der Partys wurden von ihr im Bild festgehalten.

„Uns ist das natürlich bekannt“, bemerkte Bürgermeister Hansjörg Höfer, der bereits von anderen Betroffenen Beschwerden bekam. Auf Jahodas Frage, ob man die Fläche nicht als Pausenhof kennzeichnen könne, erklärte er: „Das Gelände ist als Schulhof gewidmet.“ Der Aufenthaltsraum unterm VHS-Haus müsse geschlossen werden. Ab und an sei er vor Ort und rede mit den Jugendlichen: „Die sehen das auch gleich ein, wenn es eine Lärmbelästigung ist.“

Aus dem voll besetzten Saal antworteten ihm Gelächter und Protest, Jahoda konterte: „Die sind doch ab neun oder zehn Uhr abends schon viel zu bekifft, um zu reagieren.“ In einer Sache waren sich die Schriesheimerin und der Rathauschef jedoch einig, dass nämlich die Sitzgelegenheiten zu den Ruhestörungen einladen. Höfer erklärte: „Wir sind überall in der Stadt dabei, Bänke abzuschrauben.“

Noch ernster war das Problem, das ein Mann aus dem Zuschauerraum schilderte: Immer wieder, sagte er, werde im Steinbruch gezündelt. Jugendliche aus dem Ort oder von außerhalb kämen dorthin, um zu feiern und würden Feuerstellen errichten – angesichts der aktuellen Temperaturen eine brandgefährliche Angelegenheit.

„Die Lagerfeuer müssen wir unterbinden“, nickte Höfer. Wenn die Verursacher erwischt würden, seien 400 Euro Strafe fällig: „Viele schreiben uns dann und sagen, sie hätten überhaupt nicht an die Waldbrandgefahr gedacht und wollten sich nur einen schönen Abend machen.“ stk