Schriesheim

Schriesheim Christdemokraten nominieren Kandidaten für Kommunalwahlen / Durchschnittsalter bei nur 41 Jahren, doch „etwas mehr Frauen wünschenswert“

CDU setzt voll auf den Nachwuchs

Archivartikel

Siegfried Schlüter ist zufrieden. „Eine tolle Liste!“, lobt der langjährige Fraktionschef der CDU am Ende der Nominierungsversammlung begeistert. Denn mit einer auffallend jungen Riege geht die Schriesheimer CDU in den Kommunalwahlkampf. So liegt das Durchschnittsalter ihrer Bewerber für die Gemeinderatswahl am 26. Mai bei ganzen 41 Jahren. Zu ihrem Spitzenkandidaten wählen die 27 Mitglieder am Mittwochabend im Hotel „Ludwigstal“ den bisherigen Fraktionschef und Vize-Bürgermeister Michael Mittelstädt.

„Neben jungen Kandidaten ist es gelungen, auch neu Zugezogene zu gewinnen“, bilanziert die Ortsverbandsvorsitzende Christiane Haase: „Doch etwas mehr Frauen wären wünschenswert“, bekennt sie. Nur acht der 25 Bewerber sind weiblich.

Die ersten vier Plätze jedoch sind paritätisch besetzt. Denn den Vorspann bilden die amtierenden Stadträte: neben Mittelstädt auch Andrea Diehl, Frank Spingel und Lisa Hartmann. Erste Nicht-Mandatsträgerin ist auf dem fünften Platz Christiane Haase, vor Ort bekannt geworden als Gesamtelternbeiratsvorsitzende: „Ich habe den Schulbauprozess von dieser Seite aus aktiv mitgestaltet.“

Bekannte Namen

Auf Platz 6 rangiert ein neues und doch bekanntes Gesicht: Der 42-jährige Oliver Schrade, der bei der zurückliegenden Wahl 2014 den Wiedereinzug ins Gremium nicht geschafft hat. Aus beruflichem Interesse will sich der Gesundheitsökonom um die Pflege kümmern und um den Nahverkehr: „Ich fahre täglich mit der Bahn und erlebe dabei Einiges.“

Vielleicht kann sich Schrade künftig mit dem Nächstplatzierten auf der Liste kurzschließen: Denn Hartmut Haas ist Flottenmanager bei der Deutschen Bahn AG, vor Ort aber eher als Vize-Vorsitzender der Winzergenossenschaft bekannt.

Wie er echter Schriesemer mit bekanntem Namen ist Hermann Morast. In seiner fulminanten Vorstellungsrede hält er ein Plädoyer für die Unterstützung der Vereine und die Schaffung von neuem Wohnraum: „Viele Leute in meinem Alter aus den Vereinen ziehen weg, weil er in Schriesheim nicht vorhanden ist.“

Stadtrat Philipp Jäck tritt auf 9 an – aus beruflichen Gründen auf eigenen Wunsch bewusst weiter hinten, aber nicht minder überzeugt: „Der Name Jäck gehört einfach in die CDU“, betont er unter Beifall.

Eine Überraschung ist die Kandidatur der Studentin Sophie Koch, noch für zwei Wochen Weinkönigin. „Meine Arbeit im Jugendgemeinderat hat mir sehr viel Freude gemacht, so dass ich diese jetzt woanders fortsetzen möchte.“ Ebenfalls aus dem Jugendgemeinderat stammt Nicolas Spatz, in der Feuerwehr sehr aktiv.

Die Liste in Altenbach führt Stadtrat Karl Reidinger an. Allerdings stellt die CDU in diesem Stadtteil nur drei Kandidaten; der vierte Platz bleibt also einstweilen noch frei.

Viele Bewerber loben das gute Klima in der CDU und ihrer Fraktion. „Bei uns kann man anderer Meinung sein und sogar anders abstimmen, ohne angefeindet oder herausgeekelt zu werden“, formuliert Stadtrat Frank Spingel in Anspielung auf den Konflikt innerhalb der Fraktion der Grünen Liste.