Schriesheim

Schriesheim Jugendgemeinderat befasst sich mit Zukunft des Push-Geländes und Vandalismus

„Das sind alles Straftaten“

Zwei Themen beherrschten die erste Sitzung des Jugendgemeinderates im neuen Jahr: die Neugestaltung des Push-Geländes und die Frage, was man gegen Vandalismus tun kann – ein Thema, das die Gemüter der Bürger erregte, die sich intensiv an der Diskussion beteiligten.

Mit einer Präsentation ging Andreas Gehrig, zweiter Kassierer und dienstältestes Mitglied des Push-Vereins, auf die Anfänge der Einrichtung im Jahre 2003 ein, die bis 2011 in Eigenleistung mit Unterstützung von Sponsoren zum Jugend- und Kulturhaus ausgebaut wurde. Derzeit wird es von der Jugendsozialarbeit für offene Jugendarbeit genutzt.

Aufgrund von Studium oder Wegzug der Mitglieder ist ihre einstige Zahl von rund 150 gewaltig geschrumpft, so dass es bei der letzten Hauptversammlung Probleme gab, alle Posten im Vorstand zu besetzen. „Die Instandsetzung des Gebäudes wie die Gartenpflege und die Verwaltungsarbeit bedeuten eine hohe Belastung“, so Gehrig. Er klagte auch über die sinkende Resonanz von Seiten der Jugendlichen selbst. „Zu den Veranstaltungen sind kaum Besucher gekommen“. Er sprach auch die negativen Schlagzeilen an, mit denen der Push zu kämpfen hatte. „Wir hoffen, dass es mit dem neuen Marketingkonzept friedlich bleibt“.

Neues Konzept

Denn die Jugendlichen haben eine Vision und wollen „den Push“ zukunftstauglich machen. Geplant ist eine räumliche Trennung zwischen Jugendsozialarbeit und Konzertraum, der auch farblich neu gestaltet werden sowie einen Anbau und eine Bühne bekommen soll. „Ziel ist es, alle zwei Wochen einen regelmäßigen Treff anzubieten“, erläuterte Gehrig. Er berichtete, dass mit den ersten Instandsetzungsmaßnahmen wie dem Abbau der Bühne sowie Maler- wie Entrümpelungsarbeiten bereits begonnen wurde.

Der JGR-Vorsitzende Finn Maximilian Franzen dankte den Push-Mitgliedern. Er zeigte sich davon überzeugt, dass die Anlage nach dem Anbau stärker genutzt werde.

Ob man aber mit diesen Angeboten das Problem des Vandalismus in den Griff bekommt, war ein heiß diskutiertes Thema, zu dem sich auch die Zuhörer äußerten. Ein Anwohner klagte über nächtliche Lärmbelästigungen und Randale in den Weinbergen und forderte ein nächtliches Aufenthaltsverbot. Und so wurde die Brücke zum nächsten heißen Thema dem Vandalismus geschlagen und damit zur Frage, ob diese Jugendlichen auch das neue Angebot annehmen werden oder wollen.

Gravierende Missstände

Achim Weitz, Leiter des Ordnungsamts, informierte, dass es rechtlich nicht möglich sei, ein Aufenthaltsverbot auszusprechen. „Flaschen werfen oder Bänke anzünden, das sind Straftaten und sollten angezeigt werden“, regte Weitz an. Zu diesem Thema hatte er eine Präsentation vorbereitet, die Bilder von Schmierereien, Einbruch in die Grundschule mit Verwüstung des Lehrerzimmers, Graffiti, Müll und Glasscherben wie auch abgefackelte Bänke in den Weinbergen zeigten.

„Das sind alles Straftaten, da hört der Spaß auf“, so Weitz. Er sei aber sicher, dass man mit Gesprächen, mit Zugehen auf diese Jugendlichen und alternativen Angeboten viele der „Randalierer“ wieder auf den richtigen Weg bringen könne. Auf die Frage, ob denn die abgefackelte Bank ersetzt werde, antwortet Weitz, dass die neue aus einem schwer entflammbaren Material bestehe.

Die Anregung des Vorsitzenden des Jugendgemeinderates, ein Zeichen zu setzen und an einem Samstag gemeinsam in den Weinbergen Müll aufzusammeln, wurde vom Gremium nicht gerade euphorisch angenommen, so dass er diesen Vorstoß an den nächsten Jugendgemeinderat weitergeben will. „Wir sollten es im Hinterkopf behalten und an die Nachfolger weitergeben“.