Schriesheim

Schriesheim Barbarafest des Bergwerksvereins / Zwei Mitglieder sorgen für Überraschung

„Das war eine Riesenfreude“

Seit es in Schriesheim das Besucherbergwerk gibt, feiern die Vereinsmitglieder am 4. Dezember wie alle Bergleute in der ganzen Welt das Barbarafest, das an die Schutzpatronin der Bergleute erinnert. Sie soll eine schöne und kluge junge Frau gewesen sein, die sich gegen den Willen des Vaters zum Christentum bekannte und sich heimlich taufen ließ. Auf der Flucht vor dem Vater sollen sich für Barbara die Felsen geöffnet und ihr ein Versteck gegeben haben. So entstand die Verbindung zum Bergbau.

Eigensinnig und freiheitsliebend soll Barbara gewesen sein, Eigenschaften, die auch den Bergleuten nachgesagt werden. Und so schützt sie seit Jahrhunderten die Männer, die tief unten nach den Schätzen der Erde graben. Glücklicherweise gab es im zurückliegenden Jahr im Schriesheimer Besucherbergwerk keine Unfälle. Diese gute Nachricht konnte die erste Vorsitzende Jutta Machatschek den Mitgliedern an diesem Abend im vorweihnachtlich dekorierten Sudhaus bei einem guten Essen mitteilen. Sie wünschte, dass die Schutzpatronin auch im kommenden Jahr ihre schützende Hand über das Bergwerk hält.

Ihr Dank richtete sich auch an die kleine, aber konstante Gruppe von Helfern, die den allergrößten Teil der angefallenen Arbeiten erledigt hat. Sie dankte mit einem kleinen Geschenk den „Gespenstern“, die zu Halloween im Bergwerk Angst und Schrecken verbreitet haben. „Das Fest war wieder ein großartiger Erfolg“. In diesem Jahr hatten sich zwei Aktive, Leonhard König und Arne Bahr, für Jutta und Herbert Machatschek, aber auch für alle anderen eine Überraschung überlegt.

Nacht- und Nebelaktion

Herbert Machatschek hatte bei einem Besuch in einem Bergwerk das beleuchtete Wahrzeichen der Bergleute, Schlegel und Eisen, an einem Gebäude entdeckt. „Es wäre schön, auch am Gebäude unseres Bergwerkes eines zu haben“, meinte er damals. Das nahmen die beiden Tüftler sehr ernst, und sie bauten in einer Nacht- und Nebelaktion dieses Wahrzeichen, das hell das Tal erleuchtet, an das Gebäude. Es ist das Größte seiner Art in ganz Baden-Württemberg, und ob es das Größte in ganz Deutschland ist, da wollte sich Herbert Machatschek nicht festlegen. „Als ich es sah, bin ich beinahe umgefallen, das war eine Riesenfreude“, dankte er den beiden Konstrukteuren.

Nach der Mahlzeit präsentierte Herbert Machatschek eine Diashow mit Bildern aus dem Jahr 1997. Da standen die Arbeiten am oberen Weg an sowie Baumfällungen, um im Stollen Stützen auszutauschen. Im vergangenen Jahr wurden Arbeiten am Eingang des Mittelstollens verrichtet, die Giebelwände im Magazin bekamen einen neuen Anstrich, und im Schachthaus wurde ein neuer Elektrohauptverteiler installiert. Ein Dankeschön für ihre Sonntagsdienste ging an Barbara Heckmann und Regine Full.

Was in Hollywood der Oskar ist, ist für die verdienten Mitglieder der „Albert“, eine Figur aus massivem Metall, von Azubis aus einer Heidelberger Lehrwerkstatt hergestellt. Im letzten Jahr erhielten diese Trophäe Curt Full, Leonhard König, Herbert Machatschek, Jochen Motzko und Götz Schmitt, jedoch ohne Namensgravur. In diesem Jahr durften sie sie nochmals entgegennehmen, jedoch mit Namen. Einen „Albert“ ohne Namen erhielten Arne Bahr und Sebastian Zauke, die Namen werden im nächsten Jahr eingraviert. greg