Schriesheim

Schriesheim Herbstfest bei den Obstbauern / Ausgezeichneter Wein-Jahrgang / Kaum Einbußen dank Berieselungsanlagen

Der Fliege ist der Sommer zu heiß gewesen

Dass Thomas Buchwald, Vorsitzender des Obst-, Wein- und Gartenbauverein, beim traditionellen Herbstfest im Zehntkeller von einem guten Obstjahr sprach, war von Laienseite her kaum zu glauben. Der regenarme Jahrhundertsommer mit Spitzenwerten bis zu 40 Grad konnte den Obstbäumen kaum etwas anhaben. „Der Ertrag von Äpfeln und Birnen war sehr gut“, bemerkte der Vorsitzende und ergänzte, dass der Hauptfeind der Obstbauern, die gefürchtete Kirschessigfliege, bei den hohen Temperaturen keine Chance hatte, den Früchten Schaden zuzufügen: „Für sämtliche Schädlinge war es einfach zu heiß“.

Weniger Ertrag habe es jedoch bei der Kirschernte gegeben. Viele Landwirte, erklärte er weiter, hätten jedoch dank groß angelegter Berieselungsanlagen ihre Felder bewässern können. Ernteeinbußen hätten sie deshalb nicht zu verkraften:„Die Berieselung kann man gut steuern, und die Kosten dafür haben sich im Rahmen gehalten“.

Große Mengen, gute Qualität

Mit dem ausgezeichneten Weinjahrgang hätten viele Winzer nicht gerechnet: Große Mengen und gute Qualitäten mit hohen Öchslegraden seien gelesen worden. Alte Rebanlagen seien wegen ihren tief angelegten Wurzeln gut mit der Trockenheit zurecht gekommen, schwieriger sei es bei den jungen Anlagen gewesen.

Ein Angebot des Vereins und der Volkshochschule, die Baumschnittkurse mit Jutta Becker, sei von Mitgliedern und Gartenfreunden gut angenommen worden. „Wir machen das immer am dritten und vierten Januarwochenende“, berichtete Buchwald. Wer daran Interesse habe, könne sich schon mal den 26. Januar 2019 vormerken. Neben dem Maifest und der amüsanten und feucht-fröhlichen Nikolausweinprobe, die am 24. November wieder im Zehntkeller ausgetragen wird, organisiert der aktuell 283 Mitglieder starke Verein zudem jedes Jahr eine Jahresfahrt. Diesmal ging es an den Gardasee, wo auch eine Weinprobe nicht fehlen durfte. „Wir gaben uns ausgiebig dem Bardolino hin“, freute sich der Vorsitzende über einen Wein, der sich durchaus mit den heimischen Gewächsen messen könne.

Jetzt sind die Früchte der Felder und der Weinberge eingefahren, und an diesem Feiertag waren gute Laune und Feiern bei Neuem Wein und Zwiebelkuchen angesagt.

Rustikal eingedeckt

Für rund 170 Gäste war der Zehntkeller rustikal eingedeckt, und alle Plätze waren an diesem Abend belegt. Unermüdlich streiften die Helfer durch die Reihen und füllten die Gläser mit Federweißem, dazu gab es einen frisch zubereiteten Zwiebelkuchen oder eine herzhafte Brotzeit. Nach der offiziellen Begrüßung konnte sich der Vorsitzende doch die Bemerkung nicht verkneifen, dass die „gute Stube“ der Stadt früher viel uriger und gemütlicher gewesen sei. Die Besucher sahen es ähnlich und spendeten einen kräftigen Applaus. Zur Einstimmung gab es noch ein Grußwort der Weinhoheiten, bevor schließlich der Viernheimer Alleinunterhalter Marjam die Oberherrschaft über die Bühne übernahm. greg