Schriesheim

Schriesheim Friedrich Schoenel wird an diesem Freitag 85 Jahre alt

Der „Riese vom Branich“ mit dem Cowboy-Hemd

Selbst Schriesheimern, die seinen Namen nicht kennen sollten, würde der Jubilar ein Begriff werden, wenn man ihn näher beschreiben würde: 1,91 Meter groß, passionierter Träger von Jeans-Hemden mit Western-Brosche und engagierter Vorkämpfer für den Branich, dessen Interessengemeinschaft er mehr als 30 Jahre lang führte. An diesem Freitag wird Friedrich Schoenel 85 Jahre alt.

So bekannt er in Schriesheim wurde – seine Wiege stand nicht an der Bergstraße, sondern am Rhein. In Mannheim erblickte er am 8. November 1934 das Licht der Welt als vorletztes von fünf Geschwistern; der Vater, Kaufmann und Syndikus der Handwerkskammer, besaß auf dem Branich, im Schauinslandweg 17, ein Wochenendhaus. Als 1943 eine englische Fliegerbombe das Haus in Mannheim traf, wurde das Branich-Häuschen die neue Heimat – und „der Frieder“ Schriesheimer.

Schoenel besuchte die Strahlenberger Schule, machte eine Einzelhandelslehre, wurde danach als selbstständiger Kaufmann tätig.

Doch er wäre nicht der, der er ist, hätte er sich nicht über den Beruf hinaus engagiert. Natürlich in seinem Umfeld, dem Branich, in der dortigen Interessengemeinschaft (BIG), zuerst als Kassierer, schließlich mehr als 30 Jahre lang als Vorsitzender. Ohne ihn konnte man sich die BIG gar nicht vorstellen. Als er 2009 aufhörte, musste man es. Isolde Nelles wurde eine engagierte Nachfolgerin.

Auch in der Feuerwehr aktiv

Doch auch außerhalb des Branich wurde er aktiv. Ein Nachbar, Karl Hildenbeutel, nahm ihn eines Abends mit zu einer Veranstaltung der Feuerwehr. Schoenel fand Gefallen an der Atmosphäre, war 25 Jahre lang Kassierer bei den Blauröcken und viele Jahre lang auch Technischer Einsatzleiter. Weber und Rothermel, Urban und Schoenel – das ist das Quartett, das die Feuerwehr in Schriesheim damals prägte.

Man könnte noch viele andere Wirkungskreise nennen; belassen sei es beim Verkehrsverein und beim VdK, in deren erweiterten Vorständen er Mitglied war, und den Freien Wählern, für die er vier Mal zum Gemeinderat kandidierte. Doch auch, wenn er den Sprung ins Gremium nicht schaffte: Präsent war er immer.

Wer den Ratssaal betrat, sah ihn viele Jahre lang auf dem ersten Stuhl links sitzen. Diese „Schoenel-Ecke“ ist verweist, seit er ins Seniorenzentrum nach Wilhelmsfeld umzog, wo ihn am Geburtstag seine Nachfolgerin Isolde Nelles besucht. -tin